Wie läuft ein Website-Projekt ab?

Vom Erstkontakt bis zur fertigen Seite — was in jeder Phase passiert, was Sie als Kunde liefern müssen und wie lange das Ganze realistisch dauert.

Praxis Ravel-Lukas Geck / geckIT Webdesign 6 Min. Lesezeit
UX-Wireframes und Sticky Notes auf einem Schreibtisch — Website-Konzeption in der Planungsphase
Foto: halacious / Unsplash

„Wie läuft das eigentlich ab, wenn ich eine Website machen lasse?" Diese Frage höre ich bei fast jedem Erstgespräch. Verständlich — denn für die meisten Unternehmer ist ein Website-Projekt kein Alltagsgeschäft, sondern etwas, das alle paar Jahre ansteht.

Trotzdem gibt es erstaunlich wenig Transparenz darüber, was zwischen „Ja, ich brauche eine neue Website" und dem fertigen Ergebnis passiert. Agenturen reden über „Konzeptphasen" und „Iterationsschleifen" — aber was heißt das konkret für Sie als Kunde?

Aus meiner Arbeit mit Handwerksbetrieben, Dienstleistern und kleinen Unternehmen in OWL zeige ich Ihnen hier den typischen Ablauf. Nicht die Theorie aus dem Lehrbuch, sondern wie ein Website-Projekt bei einem Einzel-Webdesigner tatsächlich funktioniert.

Sie haben per E-Mail einen Entwurf von mir erhalten? Dann lesen Sie am besten diesen Artikel — dort erkläre ich, was der Entwurf bedeutet, was er kostet und wie es weitergehen kann.


Phase 1: Erstgespräch und Briefing

Alles beginnt mit einem Gespräch — per Telefon, Videocall oder vor Ort. Das Ziel: Ich muss verstehen, was Ihr Unternehmen macht, wen Sie erreichen wollen und was die Website leisten soll.

Bevor ich einen einzigen Pixel anfasse, schaue ich mir Ihre bestehende Website an (falls vorhanden), analysiere Ihre Branche und Ihre Wettbewerber. Ein Elektriker in Detmold hat andere Anforderungen als ein Steuerberater in Bielefeld — und das spiegelt sich in der Struktur, den Texten und dem Design wider.

Was ich in dieser Phase herausfinde:

  • Zielgruppe — Wer soll die Website nutzen? Privatkunden, Geschäftskunden, Bewerber?
  • Kernleistungen — Was bieten Sie an? Was davon bringt den meisten Umsatz?
  • Vorhandenes Material — Gibt es ein Logo, Fotos, Texte, eine bestehende Website?
  • Besonderheiten — Zertifizierungen, Auszeichnungen, langjährige Erfahrung, regionale Verankerung

Daraus entsteht ein sogenanntes Briefing-Dokument. Darin steht alles, was ich für die nächsten Schritte brauche: Ihre Fakten, Kontaktdaten, Öffnungszeiten, Google-Bewertungen und die wichtigsten Differenzierungsmerkmale.

Phase 2: Konzept und Design-Entwürfe

Auf Basis des Briefings entwickle ich ein Konzept — nicht als Wireframe auf Papier, sondern direkt als funktionsfähige HTML-Seite. Das hat einen entscheidenden Vorteil: Sie sehen von Anfang an, wie Ihre Website auf dem Handy und am Desktop aussieht und sich anfühlt.

Bei meinen Projekten erstelle ich grundsätzlich zwei Design-Richtungen. Nicht weil eine davon schlecht ist, sondern weil die Auswahl zeigt, welche visuelle Sprache am besten zu Ihrem Unternehmen passt.

Jeder Entwurf hat eine eigene Farbwelt, Schriftpaarung und ein sogenanntes Signature-Element — ein gestalterisches Detail, das die Seite unverwechselbar macht. Ein Malerbetrieb bekommt eine andere Bildsprache als ein CNC-Zerspaner.

Ein Kunde aus dem Baugewerbe hat mir mal gesagt: „Ich dachte, ich bekomme eine Vorlage. Stattdessen waren das zwei komplett unterschiedliche Websites." Genau das ist das Ziel. Sie bekommen keine Schablone, sondern ein individuelles Webdesign, das zu Ihrem Betrieb passt.

Phase 3: Umsetzung und Feedback

Sie schauen sich beide Entwürfe im Browser an — auf dem Handy, am Laptop, am Tablet. Dann entscheiden Sie, welche Richtung Ihnen besser gefällt. Ab diesem Punkt arbeite ich nur noch an der gewählten Version weiter.

Was in dieser Phase passiert:

  1. Feinschliff am Design — Farben anpassen, Bilder tauschen, Textänderungen einarbeiten
  2. Texte finalisieren — Entweder liefern Sie Texte, oder ich formuliere auf Basis Ihres Briefings (Tipps für gute Website-Texte)
  3. Unterseiten aufbauen — Leistungen, Über uns, Kontakt — je nach Umfang
  4. Kontaktformular einrichten — mit Datenschutz-Checkbox und Spam-Schutz
  5. SEO-Grundlagen setzen — Seitentitel, Meta-Beschreibungen, strukturierte Daten

Die Feedback-Schleifen sind der Punkt, an dem viele Projekte ins Stocken geraten — aber nicht wegen des Designs, sondern weil Kunden noch Texte, Fotos oder Freigaben liefern müssen. Dazu weiter unten mehr in der Checkliste.

Phase 4: Launch und Übergabe

Bevor Ihre Website live geht, durchläuft sie einen systematischen Check: Funktioniert das Kontaktformular? Laden alle Bilder? Stimmt die Darstellung auf dem Handy? Sind Impressum und Datenschutz korrekt verlinkt?

Bei einem meiner letzten Projekte in OWL habe ich zum Beispiel festgestellt, dass die Telefonnummer im Kontaktbereich einen Zahlendreher hatte — das war dem Kunden bei der Freigabe nicht aufgefallen. Solche Details fange ich im Launch-Check ab.

Was beim Launch passiert:

  • Domain verbinden — Falls nötig, wird die Domain zu meinem Hosting umgezogen (Anleitung)
  • SSL-Zertifikat einrichten — HTTPS ist seit Jahren Pflicht
  • Weiterleitungen setzen — www auf non-www, HTTP auf HTTPS
  • Google-Indexierung anstoßen — Sitemap einreichen, Seite bei Google anmelden
  • Analytics aktivieren — Datenschutzkonform, ohne Cookie-Banner

Nach dem Launch sehen Sie Ihre neue Website live unter Ihrer Domain — und ich schicke Ihnen eine Bestätigung mit allen wichtigen Zugangsdaten.

Was nach dem Launch passiert

Eine Website ist kein Buch, das man druckt und dann ins Regal stellt. Nach dem Launch beginnt die Phase, die viele Webdesigner unterschlagen: die Betreuung.

Sicherheits-Updates, Backups, SSL-Zertifikate erneuern, Ladezeit überwachen — das klingt technisch, ist aber entscheidend dafür, dass Ihre Website in sechs Monaten noch genauso gut funktioniert wie am Launch-Tag.

Deshalb biete ich Hosting und Betreuung als eigenständigen Service an — damit Sie sich nicht um Technik kümmern müssen. Aber natürlich können Sie Ihre Website auch selbst betreiben, wenn Sie das möchten.


Was Sie als Kunde liefern müssen

Die größte Verzögerung bei Website-Projekten kommt selten vom Designer — sondern von fehlenden Zulieferungen. Wenn Sie diese Dinge vorab klären, geht das Projekt spürbar schneller:

  • Logo — Idealerweise als SVG oder PNG mit transparentem Hintergrund
  • Fotos — Teambilder, Projektfotos, Firmensitz. Handyfotos reichen oft, aber bitte im Querformat und bei gutem Licht
  • Texte — Zumindest Stichpunkte zu Leistungen und Über uns. Die Formulierung übernehme ich
  • Kontaktdaten — Adresse, Telefon, E-Mail, Öffnungszeiten
  • Rechtliches — Handelsregister-Eintrag (falls vorhanden), USt-IdNr., zuständige Kammer
  • Domain-Zugang — Falls die Domain beim alten Hoster liegt: AuthCode anfordern

Sie müssen nicht alles auf einmal liefern. Aber je früher die Basics stehen, desto schneller kommen wir zum Ergebnis. Was genau Ihr Webdesigner an Texten braucht, habe ich hier ausführlich beschrieben.

Realistische Zeitrahmen

„Wie lange dauert das?" — die häufigste Frage nach dem Preis. Die ehrliche Antwort: Es kommt drauf an, wie schnell Sie zuliefern.

Mein Part — also Konzept, Design, Umsetzung und Launch — dauert bei einer typischen Firmenwebsite mit 3-5 Seiten ungefähr 1-2 Wochen reine Arbeitszeit. Das ist kein Marketing-Versprechen, sondern mein Durchschnitt aus den letzten Monaten.

Der Gesamt-Zeitrahmen hängt davon ab, wie lange die Feedback-Schleifen dauern. Wenn Sie zügig Feedback geben und die nötigen Materialien bereitstellen, ist eine Website realistisch in 2-4 Wochen komplett fertig.

Zum Vergleich: Größere Agenturen veranschlagen für ähnliche Projekte oft 8-12 Wochen — was weniger an der Arbeit liegt, sondern an internen Abstimmungsprozessen, Projektmanagement-Overhead und Warteschlangen.

Was das Ganze kostet? Konkrete Zahlen finden Sie im Artikel Was kostet eine Website 2026?. Und wenn Sie noch überlegen, ob sich der Aufwand lohnt: Website selber machen oder Profi beauftragen? hilft bei der Entscheidung.