Sie brauchen eine Website für Ihr Unternehmen. Die Frage ist nur: Selber bauen mit einem Baukasten wie Wix oder Jimdo? Einen Freelancer beauftragen? Oder gleich eine Agentur? Alle drei Wege führen ans Ziel — aber die Unterschiede in Kosten, Zeitaufwand und Ergebnis sind erheblich.
Ich arbeite als Webdesigner mit kleinen und mittelständischen Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe. Dabei begegnet mir diese Frage ständig — und ich habe die Ergebnisse aller drei Varianten gesehen. Hier ist mein ehrlicher Vergleich, ohne den einen Weg als den einzig richtigen zu verkaufen.
Die Frage hinter der Frage
Bevor Sie sich für einen Weg entscheiden, sollten Sie sich drei Dinge fragen:
- Budget: Wie viel können Sie investieren — einmalig und monatlich?
- Zeit: Wie viele Stunden pro Woche können Sie realistisch für die Website aufbringen?
- Anspruch: Muss die Website „nur" existieren — oder soll sie aktiv Kunden gewinnen?
Die Antworten auf diese drei Fragen bestimmen, welcher Weg für Sie sinnvoll ist. Es gibt kein generelles „richtig" oder „falsch" — nur passend oder unpassend für Ihre Situation.
Option 1: Website selber machen mit Baukasten
Wix, Jimdo, Squarespace, Ionos — die Auswahl an Website-Baukästen ist groß. Das Versprechen: In wenigen Stunden eine fertige Website, ohne technische Vorkenntnisse. Und tatsächlich funktioniert das grundsätzlich.
Was dafür spricht
- Niedrige Kosten: Ab ca. 10–30 EUR pro Monat, oft inklusive Hosting und Domain
- Schneller Start: An einem Wochenende steht eine Grundversion
- Unabhängigkeit: Sie können Texte und Bilder jederzeit selbst ändern
- Kein Techniker nötig: Drag-and-Drop statt Code
Was dagegen spricht
- Design-Grenzen: Templates sehen oft generisch aus — und ähneln sich untereinander
- SEO-Schwächen: Ladezeiten, fehlende Schema-Daten, eingeschränkte technische Optimierung
- Zeitfresser: Was „einfach" klingt, braucht für ein professionelles Ergebnis deutlich mehr Zeit als gedacht
- Plattform-Abhängigkeit: Wechsel zu einem anderen System = kompletter Neuaufbau
Ein Steuerberater in Bielefeld hat mir erzählt, dass er seine Website anfangs mit Jimdo gebaut hat. Die Seite stand nach zwei Wochen. Aber dann kamen die Probleme: Die Ladezeit auf dem Handy lag bei über 6 Sekunden, bei Google war die Praxis kaum auffindbar, und das Design ließ sich nicht so anpassen, wie er es wollte. Nach acht Monaten Frust hat er sich für eine professionelle Lösung entschieden — und die Baukasten-Seite war umsonst gewesen.
Ein Baukasten ist wie IKEA-Möbel: Für den Einstieg praktisch, aber irgendwann merkt man die Grenzen. Und der Zusammenbau dauert länger als gedacht.
Option 2: Freelancer oder Webdesigner beauftragen
Ein einzelner Webdesigner oder Entwickler, der Ihre Seite von Grund auf baut. Das kann ein lokaler Ansprechpartner sein oder jemand, den Sie online finden.
Was dafür spricht
- Individuelles Design: Kein Template — die Seite wird für Ihr Unternehmen gemacht
- SEO von Anfang an: Struktur, Ladezeit und Schema Markup werden direkt mitgedacht
- Persönlicher Kontakt: Ein Ansprechpartner, kurze Wege, schnelle Abstimmung
- Faire Preise: Ohne Agentur-Overhead, oft zwischen 250 und 2.000 EUR für eine Unternehmensseite
Was dagegen spricht
- Qualität variiert stark: Vom Hobby-Bastler bis zum erfahrenen Profi ist alles dabei
- Abhängigkeit: Wenn der Freelancer aufhört oder nicht erreichbar ist, wird es schwierig
- Kein Full-Service: Texte, Fotos und Inhalte müssen Sie oft selbst liefern
Ein Physiotherapeut in Detmold hatte drei Monate lang versucht, seine Website mit Wix aufzubauen. Das Ergebnis sah auf dem Desktop okay aus, aber auf dem Handy war die Navigation kaum bedienbar, die Bilder luden langsam und das Kontaktformular funktionierte nur sporadisch. Er hat dann einen Webdesigner beauftragt. Innerhalb von zwei Wochen stand eine saubere Seite — mobiloptimiert, mit Kontaktformular, Google-Maps-Einbindung und ordentlichem SEO-Fundament. Der Unterschied in der Qualität war sofort sichtbar. Wie viel so etwas kostet, habe ich im Artikel Was kostet eine Website 2026? aufgeschlüsselt.
Option 3: Agentur beauftragen
Agenturen bieten in der Regel ein Komplettpaket: Konzept, Design, Entwicklung, Texte, Fotos, SEO — alles aus einer Hand. Das klingt bequem, hat aber seinen Preis.
Was dafür spricht
- Full-Service: Sie müssen sich um nichts kümmern — die Agentur liefert alles
- Team-Kompetenz: Designer, Texter, Entwickler arbeiten zusammen
- Skalierbar: Für größere Projekte (Online-Shop, mehrsprachig, Portal) oft die bessere Wahl
Was dagegen spricht
- Hohe Kosten: Eine einfache Unternehmensseite kostet bei Agenturen schnell 5.000–15.000 EUR
- Lange Laufzeiten: Von Erstgespräch bis Live-Gang vergehen oft 3–6 Monate
- Unpersönlich: Sie sprechen mit dem Projektmanager, nicht mit dem Designer
- Vertragsbindung: Viele Agenturen binden Sie über Wartungsverträge und eigene Systeme
Für ein kleines Unternehmen mit 5–20 Seiten ist eine Agentur in den meisten Fällen überdimensioniert. Der Overhead — Projektmanagement, interne Abstimmung, Meetings — treibt den Preis nach oben, ohne dass das Ergebnis zwangsläufig besser ist als bei einem guten Freelancer.
Ehrliche Empfehlung: Für wen was passt
Statt einer pauschalen Antwort hier eine konkrete Orientierung:
Baukasten ist sinnvoll, wenn: Sie die Website komplett selbst bauen möchten, die Seite vor allem als digitale Visitenkarte dient, und Sie bereit sind, Zeit in die Einarbeitung zu investieren. Typisch: Verein, Hobby-Projekt, Nebengewerbe. Aber Achtung: Für ein Gewerbe, das über die Website Kunden gewinnen will, gibt es bessere Optionen — auch im gleichen Preisbereich.
Freelancer/Webdesigner ist sinnvoll, wenn: Sie eine professionelle Seite brauchen, die Kunden überzeugt und bei Google gefunden wird, aber kein fünfstelliges Budget haben. Typisch: Handwerksbetrieb, Praxis, Dienstleister, lokales Unternehmen.
Agentur ist sinnvoll, wenn: Sie ein komplexes Projekt haben (Online-Shop, Portal, mehrsprachig), ein Team verschiedener Spezialisten brauchen, und das Budget dafür da ist. Typisch: Mittelstand mit 50+ Mitarbeitern, E-Commerce, Konzern-Tochter.
Die meisten kleinen Unternehmen, die ich in OWL betreue, landen beim Freelancer — weil das Verhältnis von Kosten, Qualität und persönlicher Betreuung dort am besten passt.
Was dabei oft unterschätzt wird: Die Texte machen mindestens die Hälfte der Wirkung aus. Egal welchen Weg Sie wählen — investieren Sie Zeit in Texte, die verkaufen, statt auf Platzhalter zu setzen.
Fazit: Die Entscheidung hängt von Ihnen ab
Es gibt keine universell richtige Antwort. Die Entscheidung zwischen Baukasten, Freelancer und Agentur hängt von drei Dingen ab: Ihrem Budget, Ihrer verfügbaren Zeit und Ihrem Qualitätsanspruch.
Was ich aus meiner Erfahrung sagen kann: Wer mit einem Baukasten anfängt und professionelle Ansprüche hat, investiert am Ende oft doppelt — einmal in den Baukasten und einmal in den Profi, der es dann richtig macht. Wer von Anfang an in eine saubere Lösung investiert, spart langfristig Zeit und Nerven.
Wenn Sie unsicher sind, welcher Weg für Ihr Unternehmen der richtige ist — ich berate Sie gerne. Unverbindlich, ehrlich, und ohne Ihnen etwas zu verkaufen, das Sie nicht brauchen. Und wenn Sie wissen möchten, was eine professionelle Website konkret kostet, finden Sie die Zahlen im Artikel Was kostet eine Website 2026?
Ob in Webdesign allgemein oder speziell für Ihren Standort — am Ende zählt, dass die Seite funktioniert, Vertrauen schafft und Anfragen bringt.