Domain umziehen: Anleitung für jeden Hoster (2026)

AuthCode besorgen, Transfer starten, DNS umstellen — so ziehen Sie Ihre Domain Schritt für Schritt zu einem neuen Anbieter um. Mit konkreten Anleitungen für fünf große Hoster.

Praxis Ravel-Lukas Geck / geckIT Webdesign 6 Min. Lesezeit
Netzwerkkabel und Server-Infrastruktur — Domain-Umzug zwischen Hostern
Foto: Jordan Harrison / Unsplash

Ein Domain-Umzug beginnt beim alten Hoster mit dem AuthCode und endet erst, wenn Website, SSL und E-Mail beim neuen Anbieter getestet sind. Kündigen Sie den alten Vertrag zuletzt. So vermeiden Sie den häufigsten Grund für Ausfälle beim Wechsel.

Die gute Nachricht: Ein Domain-Umzug ist technisch überschaubar. Entscheidend ist die richtige Reihenfolge: Daten sichern, AuthCode anfordern, Transfer starten, DNS und Postfächer prüfen, erst dann kündigen. Hier finden Sie die Schritte und die passenden Wege für fünf große Hoster.

Was passiert beim Domain-Umzug?

Stellen Sie sich Ihre Domain wie eine Postadresse vor. Die Adresse selbst — also ihre-firma.de — gehört Ihnen. Das Hosting ist das Haus, in dem Ihre Website wohnt. Beim Domain-Umzug geht es darum, diese Adresse zu einem anderen Verwalter zu übertragen oder auf ein anderes Haus zeigen zu lassen.

Dabei gibt es zwei grundlegend verschiedene Varianten:

  • Voll-Transfer (Registrar-Wechsel): Die gesamte Verwaltung der Domain wechselt zu einem neuen Anbieter. Der alte Hoster hat danach nichts mehr damit zu tun. Dafür brauchen Sie einen AuthCode.
  • DNS-Only (nur DNS-Records umbiegen): Die Domain bleibt beim alten Anbieter registriert, aber Sie ändern die DNS-Einstellungen, damit sie auf den neuen Server zeigt. Kein AuthCode nötig, geht schneller.

Wann was sinnvoll ist: Wenn Ihr Hosting-Vertrag ausläuft oder Sie den alten Anbieter komplett verlassen wollen, ist der Voll-Transfer der richtige Weg. Wenn Sie nur den Server wechseln, aber den Domain-Vertrag behalten wollen (oder müssen, weil er noch läuft), reicht DNS-Only. In meiner Erfahrung entscheiden sich die meisten Kunden für den Voll-Transfer — sauberer Schnitt, eine Rechnung weniger.

AuthCode: Der Schlüssel zum Umzug

Für einen Voll-Transfer brauchen Sie den sogenannten AuthCode (manchmal auch Auth-Info-Code, Autorisierungscode oder EPP-Code genannt). Das ist ein einmaliger Sicherheitscode aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen — vergleichbar mit einem Schlüssel, der die Domain für den Transfer freischaltet.

Den AuthCode fordern Sie beim aktuellen Hoster an. Er ist in der Regel 30 Tage gültig. Danach müssen Sie einen neuen beantragen. Solange der Code nicht beim neuen Anbieter eingereicht wird, passiert nichts — die Domain bleibt, wo sie ist.

Merken Sie sich: AuthCode = Schlüssel. Ohne den geht kein Voll-Transfer. Beim reinen DNS-Umzug brauchen Sie ihn nicht.

Die genaue Vorgehensweise, wie Sie den AuthCode bei verschiedenen Anbietern anfordern, erkläre ich ausführlich in AuthCode anfordern: So geht's bei jedem Hoster.

So geht's bei Ihrem Hoster

Jeder Hoster hat sein eigenes Backend, andere Menüführung, andere Bezeichnungen. Hier die konkreten Schritte für die fünf Anbieter, die ich bei meinen Kunden in OWL am häufigsten sehe.

Strato

  1. Login auf strato.de → Kundenkonto
  2. Im Menü auf Domains → Domainverwaltung
  3. Domain auswählen → „AuthCode anfordern"
  4. Der Code kommt per E-Mail — meist innerhalb von Minuten

Offizielle Anleitung: Strato Hilfe-Center

IONOS (1&1)

  1. Login auf ionos.de → Domains & SSL
  2. Domain auswählen → Transfersperre aufheben (wichtig, sonst blockiert IONOS den Transfer)
  3. Auth-Code anfordern
  4. Code kommt per E-Mail an die hinterlegte Adresse

Offizielle Anleitung: IONOS Hilfe-Center

All-Inkl

  1. Login → KAS (Technische Verwaltung)
  2. Tools → DNS-Werkzeuge / Domain-Verwaltung
  3. Domain auswählen → „AuthCode setzen"
  4. Code wird direkt angezeigt — kein Warten auf E-Mail

Offizielle Anleitung: All-Inkl Hilfe-Center

HostEurope

  1. Login → KIS (Kundeninformationssystem)
  2. Produktverwaltung → Domainservices → Transferfreigaben
  3. Domain freigeben → Auth-Code wird generiert (kann bis zu 24 Stunden dauern)

Offizielle Anleitung: HostEurope Hilfe-Center

GoDaddy

  1. Login → Domain-Portfolio
  2. Domain auswählen → „An anderen Registrar übertragen"
  3. Sicherheitsverifizierung per SMS oder Authenticator-App
  4. Code wird angezeigt → kopieren und beim neuen Anbieter einreichen

Offizielle Anleitung: GoDaddy Hilfe-Center

Besonderheit bei .de-Domains

Beim üblichen Providerwechsel einer .de-Domain ist keine Bestätigungsmail der DENIC nötig. Der bisherige Anbieter erzeugt die AuthInfo und hinterlegt deren verschlüsselten Wert bei der DENIC. Der neue Anbieter reicht die AuthInfo ein. Stimmen beide Werte überein, wird die Domain sofort übertragen. Den Ablauf beschreibt die DENIC auf ihrer Seite zum Providerwechsel.

Ist der bisherige Anbieter nicht mehr erreichbar, kann der neue Anbieter eine AuthInfo direkt bei der DENIC beantragen. In diesem Sonderfall verschickt die DENIC die AuthInfo per Einschreiben an die hinterlegte Anschrift.

Der Registrar-Wechsel kann damit sofort erledigt sein. Bis neue DNS-Einträge überall greifen, kann dennoch Zeit vergehen. Prüfen Sie deshalb Website und E-Mail beim neuen Anbieter, bevor Sie den alten Hosting-Vertrag kündigen.

Achtung: E-Mail-Adressen beim Umzug

Das ist der Punkt, den die meisten vergessen — und der am meisten Stress verursacht. Wenn Sie E-Mail-Adressen über Ihren alten Hoster betreiben (also zum Beispiel info@ihre-firma.de direkt bei Strato oder IONOS), dann hängen diese E-Mails am Hosting-Vertrag. Kündigen Sie den Vertrag, sind die Postfächer weg.

Drei Optionen, die ich in der Praxis empfehle:

  1. E-Mail zum neuen Hoster mitziehen: Beim neuen Anbieter die gleichen Postfächer einrichten, MX-Records umstellen. Achten Sie darauf, dass die alten Mails vorher per IMAP synchronisiert oder als Backup exportiert werden.
  2. Externen E-Mail-Dienst nutzen: Dienste wie Google Workspace oder Microsoft 365 sind hoster-unabhängig. Die DNS-Einstellungen (MX-Records) zeigen dann auf den externen Dienst statt auf den Hoster. Bei einem zukünftigen Wechsel müssen Sie nur die Domain umziehen — die E-Mail läuft weiter.
  3. Weiterleitung einrichten: Falls Sie den alten Vertrag noch eine Weile behalten, können Sie eine Weiterleitung von info@ihre-firma.de auf eine andere Adresse einrichten. Das ist aber nur eine Übergangslösung.

Mein Rat: Klären Sie die E-Mail-Situation bevor Sie den alten Vertrag kündigen. Nicht danach.

Checkliste: Vor, während und nach dem Umzug

Vor dem Umzug

  • AuthCode beim alten Hoster anfordern
  • Transfersperre (Domain-Lock) deaktivieren
  • E-Mail-Situation klären: Welche Postfächer laufen über den alten Hoster?
  • Backup aller E-Mails erstellen (IMAP-Sync oder Export)
  • Beim neuen Anbieter: Domain-Transfer beauftragen und AuthCode eingeben

Während des Umzugs

  • Bei .de-Domains: AuthInfo exakt eingeben; bei Übereinstimmung wechselt die Domain sofort
  • Transfer-Status beim neuen Anbieter kontrollieren
  • Website bleibt in der Regel erreichbar — DNS-Propagation kann aber bis zu 48 Stunden dauern

Nach dem Umzug

  • DNS-Records korrekt gesetzt? (A-Record, CNAME, MX für E-Mail)
  • SSL-Zertifikat beim neuen Hoster eingerichtet?
  • Website über Browser erreichbar — Desktop und Mobil testen
  • E-Mails senden und empfangen testen
  • Alten Hosting-Vertrag kündigen (erst jetzt, nicht vorher)

Was Sie jetzt tun können

Am Ende sind es vier bis fünf Klicks und etwas Geduld. Wenn Sie wissen, welche Variante Sie brauchen (Voll-Transfer oder DNS-Only), wo Sie den AuthCode finden und was mit Ihren E-Mails passiert, kann wenig schiefgehen. Übrigens: Wenn Ihre Website nach dem Umzug langsam lädt, hilft mein Guide zur Ladezeit-Optimierung.

Für die Details zu den einzelnen Schritten empfehle ich Ihnen die beiden Begleitartikel: AuthCode anfordern erklärt den Code-Prozess im Detail, DNS-Einstellungen ändern zeigt, wie Sie A-Records, MX-Records und CNAME richtig setzen.

Falls Sie unsicher sind oder einfach jemanden wollen, der den Umzug sauber durchzieht: Melden Sie sich bei mir. Im Rahmen meines Hosting-Pakets übernehme ich den kompletten Transfer — inklusive DNS-Setup, SSL-Zertifikat und E-Mail-Migration. Damit Sie sich auf Ihr Geschäft konzentrieren können, nicht auf Nameserver.

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