Letzte Woche hat mich ein Kunde angerufen: „Herr Geck, mein Vertrag bei Strato läuft aus — was mache ich jetzt mit meiner Domain?" Diese Frage bekomme ich regelmäßig. Und fast immer schwingt eine gewisse Nervosität mit. Verständlich: Die Domain ist die Adresse des eigenen Geschäfts im Netz. Niemand will die verlieren.
Die gute Nachricht: Ein Domain-Umzug ist technisch unkomplizierter, als die meisten denken. Es gibt ein paar Schritte, die Sie kennen müssen, ein paar Stolperfallen, die sich vermeiden lassen — und danach läuft alles wie vorher. Nur eben beim neuen Anbieter. In diesem Artikel zeige ich Ihnen genau, wie das geht. Mit konkreten Anleitungen für die fünf Hoster, die mir in meiner Arbeit am häufigsten begegnen.
Was passiert beim Domain-Umzug?
Stellen Sie sich Ihre Domain wie eine Postadresse vor. Die
Adresse selbst — also ihre-firma.de — gehört Ihnen.
Das Hosting ist das Haus, in dem Ihre Website wohnt. Beim
Domain-Umzug geht es darum, diese Adresse zu einem anderen
Verwalter zu übertragen oder auf ein anderes Haus zeigen zu
lassen.
Dabei gibt es zwei grundlegend verschiedene Varianten:
- Voll-Transfer (Registrar-Wechsel): Die gesamte Verwaltung der Domain wechselt zu einem neuen Anbieter. Der alte Hoster hat danach nichts mehr damit zu tun. Dafür brauchen Sie einen AuthCode.
- DNS-Only (nur DNS-Records umbiegen): Die Domain bleibt beim alten Anbieter registriert, aber Sie ändern die DNS-Einstellungen, damit sie auf den neuen Server zeigt. Kein AuthCode nötig, geht schneller.
Wann was sinnvoll ist: Wenn Ihr Hosting-Vertrag ausläuft oder Sie den alten Anbieter komplett verlassen wollen, ist der Voll-Transfer der richtige Weg. Wenn Sie nur den Server wechseln, aber den Domain-Vertrag behalten wollen (oder müssen, weil er noch läuft), reicht DNS-Only. In meiner Erfahrung entscheiden sich die meisten Kunden für den Voll-Transfer — sauberer Schnitt, eine Rechnung weniger.
AuthCode: Der Schlüssel zum Umzug
Für einen Voll-Transfer brauchen Sie den sogenannten AuthCode (manchmal auch Auth-Info-Code, Autorisierungscode oder EPP-Code genannt). Das ist ein einmaliger Sicherheitscode aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen — vergleichbar mit einem Schlüssel, der die Domain für den Transfer freischaltet.
Den AuthCode fordern Sie beim aktuellen Hoster an. Er ist in der Regel 30 Tage gültig. Danach müssen Sie einen neuen beantragen. Solange der Code nicht beim neuen Anbieter eingereicht wird, passiert nichts — die Domain bleibt, wo sie ist.
Merken Sie sich: AuthCode = Schlüssel. Ohne den geht kein Voll-Transfer. Beim reinen DNS-Umzug brauchen Sie ihn nicht.
Die genaue Vorgehensweise, wie Sie den AuthCode bei verschiedenen Anbietern anfordern, erkläre ich ausführlich in AuthCode anfordern: So geht's bei jedem Hoster.
So geht's bei Ihrem Hoster
Jeder Hoster hat sein eigenes Backend, andere Menüführung, andere Bezeichnungen. Hier die konkreten Schritte für die fünf Anbieter, die ich bei meinen Kunden in OWL am häufigsten sehe.
Strato
- Login auf strato.de → Kundenkonto
- Im Menü auf Domains → Domainverwaltung
- Domain auswählen → „AuthCode anfordern"
- Der Code kommt per E-Mail — meist innerhalb von Minuten
Offizielle Anleitung: Strato Hilfe-Center
IONOS (1&1)
- Login auf ionos.de → Domains & SSL
- Domain auswählen → Transfersperre aufheben (wichtig, sonst blockiert IONOS den Transfer)
- Auth-Code anfordern
- Code kommt per E-Mail an die hinterlegte Adresse
Offizielle Anleitung: IONOS Hilfe-Center
All-Inkl
- Login → KAS (Technische Verwaltung)
- Tools → DNS-Werkzeuge / Domain-Verwaltung
- Domain auswählen → „AuthCode setzen"
- Code wird direkt angezeigt — kein Warten auf E-Mail
Offizielle Anleitung: All-Inkl Hilfe-Center
HostEurope
- Login → KIS (Kundeninformationssystem)
- Produktverwaltung → Domainservices → Transferfreigaben
- Domain freigeben → Auth-Code wird generiert (kann bis zu 24 Stunden dauern)
Offizielle Anleitung: HostEurope Hilfe-Center
GoDaddy
- Login → Domain-Portfolio
- Domain auswählen → „An anderen Registrar übertragen"
- Sicherheitsverifizierung per SMS oder Authenticator-App
- Code wird angezeigt → kopieren und beim neuen Anbieter einreichen
Offizielle Anleitung: GoDaddy Hilfe-Center
DENIC-Bestätigung bei .de-Domains
Wenn Sie eine .de-Domain umziehen, gibt es eine
Besonderheit: Die DENIC (die zentrale Registrierungsstelle für
.de-Domains) schickt Ihnen nach dem Transferantrag eine
Bestätigungsmail. Diese Mail geht an die
E-Mail-Adresse, die als Domain-Inhaber hinterlegt ist.
Diese Mail müssen Sie bestätigen. Ohne Ihre Bestätigung wird der Transfer nicht durchgeführt — egal ob der AuthCode korrekt ist. Ein Kunde von mir hat das einmal übersehen, weil die Mail im Spam-Ordner gelandet war. Der Transfer hing drei Wochen fest, bis wir das aufgeklärt haben. Schauen Sie also gezielt nach dieser Mail — auch im Spam.
Nach der Bestätigung dauert der eigentliche Transfer in der Regel 1 bis 5 Werktage. Bei den meisten Anbietern ist die Domain nach ein bis zwei Tagen beim neuen Registrar.
Achtung: E-Mail-Adressen beim Umzug
Das ist der Punkt, den die meisten vergessen — und der am
meisten Stress verursacht. Wenn Sie E-Mail-Adressen über Ihren
alten Hoster betreiben (also zum Beispiel
info@ihre-firma.de direkt bei Strato oder IONOS),
dann hängen diese E-Mails am Hosting-Vertrag. Kündigen Sie den
Vertrag, sind die Postfächer weg.
Drei Optionen, die ich in der Praxis empfehle:
- E-Mail zum neuen Hoster mitziehen: Beim neuen Anbieter die gleichen Postfächer einrichten, MX-Records umstellen. Achten Sie darauf, dass die alten Mails vorher per IMAP synchronisiert oder als Backup exportiert werden.
- Externen E-Mail-Dienst nutzen: Dienste wie Google Workspace oder Microsoft 365 sind hoster-unabhängig. Die DNS-Einstellungen (MX-Records) zeigen dann auf den externen Dienst statt auf den Hoster. Bei einem zukünftigen Wechsel müssen Sie nur die Domain umziehen — die E-Mail läuft weiter.
-
Weiterleitung einrichten: Falls Sie den alten
Vertrag noch eine Weile behalten, können Sie eine
Weiterleitung von
info@ihre-firma.deauf eine andere Adresse einrichten. Das ist aber nur eine Übergangslösung.
Mein Rat: Klären Sie die E-Mail-Situation bevor Sie den alten Vertrag kündigen. Nicht danach.
Checkliste: Vor, während und nach dem Umzug
Vor dem Umzug
- AuthCode beim alten Hoster anfordern
- Transfersperre (Domain-Lock) deaktivieren
- E-Mail-Situation klären: Welche Postfächer laufen über den alten Hoster?
- Backup aller E-Mails erstellen (IMAP-Sync oder Export)
- WHOIS-Kontaktdaten prüfen — DENIC-Bestätigungsmail geht an diese Adresse
- Beim neuen Anbieter: Domain-Transfer beauftragen und AuthCode eingeben
Während des Umzugs
- DENIC-Bestätigungsmail beantworten (auch Spam-Ordner prüfen!)
- Transfer-Status beim neuen Anbieter kontrollieren
- Website bleibt in der Regel erreichbar — DNS-Propagation kann aber bis zu 48 Stunden dauern
Nach dem Umzug
- DNS-Records korrekt gesetzt? (A-Record, CNAME, MX für E-Mail)
- SSL-Zertifikat beim neuen Hoster eingerichtet?
- Website über Browser erreichbar — Desktop und Mobil testen
- E-Mails senden und empfangen testen
- Alten Hosting-Vertrag kündigen (erst jetzt, nicht vorher)
Was Sie jetzt tun können
Am Ende sind es vier bis fünf Klicks und etwas Geduld. Wenn Sie wissen, welche Variante Sie brauchen (Voll-Transfer oder DNS-Only), wo Sie den AuthCode finden und was mit Ihren E-Mails passiert, kann wenig schiefgehen. Übrigens: Wenn Ihre Website nach dem Umzug langsam lädt, hilft mein Guide zur Ladezeit-Optimierung.
Für die Details zu den einzelnen Schritten empfehle ich Ihnen die beiden Begleitartikel: AuthCode anfordern erklärt den Code-Prozess im Detail, DNS-Einstellungen ändern zeigt, wie Sie A-Records, MX-Records und CNAME richtig setzen.
Falls Sie unsicher sind oder einfach jemanden wollen, der den Umzug sauber durchzieht: Melden Sie sich bei mir. Im Rahmen meines Hosting-Pakets übernehme ich den kompletten Transfer — inklusive DNS-Setup, SSL-Zertifikat und E-Mail-Migration. Damit Sie sich auf Ihr Geschäft konzentrieren können, nicht auf Nameserver.