Öffnen Sie eine beliebige Website eines lokalen Unternehmens. Was lesen Sie als Erstes? Meistens etwas wie: „Willkommen bei der Firma Müller GmbH. Wir sind seit 1998 Ihr kompetenter Partner für..." — und schon sind Sie weg.
In fast jedem Webdesign-Projekt, das ich in Detmold und Umgebung umsetze, sind die Texte das Nadelöhr. Das Design kann noch so modern sein — wenn die Texte nicht überzeugen, kommen keine Anfragen.
Das Problem: Die meisten Website-Texte reden über das Unternehmen. Was es kann, seit wann es existiert, welche Zertifikate an der Wand hängen. Aber Ihre Besucher interessiert das nicht. Sie wollen wissen: Was können Sie für mich tun?
Die gute Nachricht: Sie müssen kein Texter sein, um bessere Website-Texte zu schreiben. Es reichen sieben einfache Regeln. Wie wichtig gute Texte auch für lokales SEO sind, wird oft unterschätzt.
Warum Ihre Website-Texte über Anfragen entscheiden
Ihre Website hat 3 Sekunden, um den Besucher zu überzeugen. In dieser Zeit liest er genau eine Überschrift.
Drei Sekunden. Dann entscheidet Ihr Besucher, ob er bleibt oder auf den Zurück-Button klickt. Design spielt dabei eine Rolle, ja. Aber der Text ist es, der den Ausschlag gibt. Er beantwortet die Frage, die jeder Besucher unbewusst stellt: Bin ich hier richtig?
Wenn Ihre Überschrift „Herzlich willkommen" lautet, ist die Antwort: Keine Ahnung. Wenn sie lautet „Rohrverstopfung in Detmold? In 60 Minuten bei Ihnen", ist die Antwort: Ja, genau hier.
Der Unterschied zwischen einer Website, die Anfragen bringt, und einer, die nur existiert, sind oft nur ein paar bessere Sätze.
1. Schreiben Sie über den Kunden, nicht über sich
Das ist die wichtigste Regel — und die, die am häufigsten gebrochen wird. Zählen Sie auf Ihrer Startseite einmal, wie oft „wir" vorkommt. Und wie oft „Sie". Das Verhältnis verrät alles.
Vorher: „Wir bieten professionelle Gebäudereinigung mit über 15 Jahren Erfahrung und einem Team von 30 Mitarbeitern."
Nachher: „Sie kommen morgens ins Büro — und alles ist sauber. Böden, Fenster, Küche. Ohne dass Sie sich darum kümmern mussten."
Der erste Satz erzählt vom Unternehmen. Der zweite zeigt dem Kunden, wie sein Alltag besser wird. Raten Sie, welcher mehr Anfragen bringt.
Ein Dachdeckerbetrieb in Lippe hatte auf seiner Startseite drei Absätze über die Firmengeschichte. Ich habe genau einen Satz daraus gemacht und den Rest durch Kundenperspektive ersetzt. Ergebnis: Die Kontaktanfragen über die Website haben sich verdoppelt.
Praxis-Tipp: Gehen Sie jeden Absatz Ihrer Website durch und fragen Sie: Handelt dieser Text von mir oder von meinem Kunden? Ersetzen Sie jedes „Wir bieten..." durch „Sie bekommen..." — und spüren Sie den Unterschied.
2. Werden Sie konkret statt allgemein
Jeder Handwerker schreibt „Qualität" auf seine Website. Jeder Berater verspricht „individuelle Lösungen". Diese Wörter sind so abgenutzt, dass das Gehirn sie überliest. Sie klingen wie nichts.
Vorher: „Wir stehen für Qualität und Zuverlässigkeit."
Nachher: „98 % unserer Aufträge schließen wir am vereinbarten Tag ab. Wenn nicht, erfahren Sie 24 Stunden vorher Bescheid."
Zahlen, Zeitangaben, konkrete Versprechen — das sind Dinge, die ein Besucher greifen kann. „Qualität" kann alles oder nichts bedeuten. „98 % pünktlich" ist glaubwürdig, weil es messbar ist.
Praxis-Tipp: Streichen Sie die Wörter „Qualität", „kompetent", „zuverlässig" und „innovativ" von Ihrer Website. Ersetzen Sie jedes einzelne durch einen konkreten Beweis.
3. Nennen Sie den Nutzen, nicht nur die Leistung
Leistungen sind das, was Sie tun. Nutzen ist das, was Ihr Kunde davon hat. Die meisten Websites bleiben bei der Leistung stehen.
Vorher: „20 Jahre Erfahrung im Sanitärbereich."
Nachher: „Ihr Projekt ist in den besten Händen — mit 20 Jahren Praxis-Know-how, das sich in sauberer Arbeit und ehrlichen Preisen zeigt."
Die Erfahrung ist nicht verschwunden. Aber jetzt versteht der Kunde, was sie für ihn bedeutet: weniger Risiko, bessere Arbeit, faire Preise.
Noch ein Beispiel:
- Leistung: „24/7-Notdienst" — Nutzen: „Wasserrohrbruch um 23 Uhr? Sie erreichen uns auch nachts — und wir sind innerhalb einer Stunde da."
- Leistung: „Kostenlose Erstberatung" — Nutzen: „In 30 Minuten wissen Sie, was möglich ist — ohne Verpflichtung und ohne Kosten."
Fragen Sie sich bei jeder Leistung auf Ihrer Seite: Und was hat der Kunde davon? Die Antwort gehört auf die Website.
4. Sagen Sie, was der Besucher tun soll
Sie würden sich wundern, wie viele Websites keine klare Handlungsaufforderung haben. Der Besucher liest, nickt vielleicht sogar — und geht dann. Weil niemand ihm gesagt hat, was der nächste Schritt ist.
Vorher: Ein Kontaktformular ganz unten auf der Seite, ohne Einleitung.
Nachher: „Ihr Dach braucht eine Sanierung? Rufen Sie an — ich komme vorbei und schaue mir die Situation kostenlos an. Tel: 05231 / 12345"
Ein guter CTA (Call-to-Action) macht drei Dinge gleichzeitig:
- Er wiederholt den Nutzen („kostenlos vor Ort")
- Er senkt die Hürde („nur ein Anruf")
- Er sagt genau, was zu tun ist (Telefonnummer, nicht „Kontaktieren Sie uns")
Praxis-Tipp: Jede Sektion Ihrer Website sollte mit einem CTA enden — oder zumindest zur nächsten Sektion überleiten. Der Besucher darf nie in einer Sackgasse landen.
5–7. Einfache Sprache, kurze Absätze, echte Stimmen
Regel 5: Schreiben Sie, wie Sie sprechen
Viele Unternehmer verfallen beim Schreiben in einen formellen Ton. „Im Rahmen unserer Dienstleistungspalette offerieren wir..." — so redet kein Mensch. Und so will auch keiner lesen.
Vorher: „Wir offerieren Ihnen eine umfassende Palette an Dienstleistungen im Bereich der Haustechnik."
Nachher: „Heizung, Sanitär, Klima — alles aus einer Hand."
Schreiben Sie so, wie Sie einem Kunden am Telefon erklären würden, was Sie machen. Einfach, direkt, ohne Fachjargon.
Was ich bei meinen Kunden immer wieder sehe: Der Wechsel von „Wir bieten..." zu „Sie bekommen..." ist die einfachste Textänderung mit dem größten Effekt.
Regel 6: Halten Sie Absätze kurz
Am Bildschirm lesen Menschen anders als auf Papier. Lange Textblöcke wirken abschreckend — besonders auf dem Smartphone. Halten Sie sich an eine einfache Regel: Maximal drei Sätze pro Absatz.
Nutzen Sie Zwischenüberschriften, Aufzählungen und Fettdruck, um die Seite scanbar zu machen. Die meisten Besucher lesen nicht Wort für Wort — sie überfliegen. Ihre Texte müssen auch beim Überfliegen funktionieren.
Regel 7: Lassen Sie Kunden sprechen
Sie können hundertmal schreiben, dass Sie gute Arbeit machen. Oder Sie lassen einen Kunden das in einem Satz sagen. Was wirkt stärker?
Vorher: „Wir legen großen Wert auf Kundenzufriedenheit."
Nachher: „Pünktlich, sauber, fairer Preis. Kann man nur weiterempfehlen." — M.K., Google-Bewertung
Echte Kundenstimmen sind glaubwürdiger als jede Selbstbeschreibung. Nutzen Sie Ihre Google-Bewertungen — die sind bereits da und kosten nichts.
Was Sie jetzt tun können
Sie müssen nicht Ihre gesamte Website auf einmal umschreiben. Fangen Sie mit der wichtigsten Seite an — Ihrer Startseite.
- Lesen Sie den ersten Absatz Ihrer Startseite. Handelt er von Ihnen oder von Ihrem Kunden?
- Streichen Sie alle leeren Adjektive — „professionell", „innovativ", „kompetent" — und ersetzen Sie sie durch konkrete Aussagen.
- Prüfen Sie Ihren CTA: Steht auf Ihrer Seite klar und deutlich, was der Besucher als Nächstes tun soll?
Schreiben Sie den ersten Absatz Ihrer Startseite mit diesen Regeln neu. Nur den einen. Dann schauen Sie, was passiert. Wenn Sie merken, dass es wirkt, machen Sie mit der nächsten Sektion weiter. Ob Ihre Texte Teil eines größeren Problems sind, zeigt Ihnen der ehrliche Website-Selbst-Test.
Und wenn Sie dabei Unterstützung brauchen: Gute Texte wirken am stärksten, wenn sie in eine saubere Seitenstruktur eingebettet sind. Genau dafür ist mein Angebot für Webdesign in Detmold & OWL gedacht.