„Was kostet eine Website?" — diese Frage höre ich in fast jedem Erstgespräch. Und die ehrliche Antwort ist unbefriedigend: Es kommt darauf an. Aber ich kann Ihnen konkrete Preisbereiche nennen und erklären, was Sie dafür bekommen. Damit Sie einschätzen können, ob ein Angebot fair ist.
Eines vorweg: Eine Website ist keine Ausgabe, sondern eine Investition. Die Frage sollte nicht nur sein „Was kostet das?", sondern auch „Was bringt mir das?" Ein Handwerksbetrieb, der über seine Website monatlich 5 Aufträge gewinnt, hat die Investition schnell wieder drin.
Warum sind die Preise so unterschiedlich?
Wenn Sie drei Webdesigner nach einem Angebot fragen, bekommen Sie drei völlig verschiedene Zahlen — von 500 bis 15.000 Euro. Das liegt daran, dass „eine Website" kein standardisiertes Produkt ist. Der Preis hängt von mehreren Faktoren ab:
- Umfang — Eine Visitenkarten-Seite (1 Seite) kostet anders als ein Firmenauftritt mit 10 Unterseiten
- Design — Template anpassen oder individuelles Design von Grund auf
- Funktionen — Kontaktformular? Terminbuchung? Online-Shop? Mehrsprachigkeit?
- Inhalte — Bringen Sie Texte und Fotos mit, oder muss alles erstellt werden?
- SEO — Grundoptimierung oder umfassende Suchmaschinenarbeit?
- Wer macht's — Freelancer, kleine Agentur, oder große Agentur mit 20 Mitarbeitern?
In meinen Projekten in Ostwestfalen liegt der typische Preis für eine professionelle Website eines Handwerksbetriebs zwischen 2.500 und 5.000 Euro — je nach Umfang.
Konkrete Preisbereiche für 2026
Hier sind ehrliche Preisbereiche für verschiedene Website-Typen. Die Zahlen beziehen sich auf professionelle Umsetzung durch Freelancer oder kleine Agenturen in Deutschland:
Visitenkarten-Website (1-3 Seiten)
800 – 2.500 Euro
Für Handwerker, Freiberufler oder Praxen, die online gefunden werden wollen. Enthält: Startseite mit Leistungen, Kontaktseite, Impressum/Datenschutz. Responsive Design, Grundlegendes SEO, Kontaktformular.
Firmenwebsite (5-10 Seiten)
2.500 – 6.000 Euro
Für Unternehmen, die ihre Leistungen ausführlich darstellen. Enthält: Individuelles Design, mehrere Unterseiten, Blog-Bereich, lokale SEO-Optimierung, strukturierte Daten für Google und KI, professionelle Texte.
Umfangreicher Webauftritt (10+ Seiten)
6.000 – 15.000 Euro
Für Unternehmen mit komplexen Anforderungen. Enthält: Alles aus der Firmenwebsite plus: Mehrsprachigkeit, Terminbuchung, Kundenbereiche, umfangreiche SEO-Strategie, Content-Management-System mit Schulung.
Vorsicht bei Angeboten unter 500 Euro für eine „professionelle Website". Was Sie dort bekommen, ist meist ein kaum angepasstes Template ohne SEO, ohne individuelle Inhalte und ohne Strategie dahinter.
Baukasten oder Profi — was lohnt sich?
Ein Kunde von mir hat vorher 30 Euro pro Monat für einen Baukasten bezahlt. Nach drei Jahren hatte er über 1.000 Euro ausgegeben — und eine Website, die er nicht mehr ändern konnte, ohne dass etwas kaputtging.
Baukästen wie Wix, Jimdo oder Squarespace kosten 10-40 Euro im Monat und wirken auf den ersten Blick günstig. Für ein Hobby-Projekt reicht das. Aber für ein Geschäft, das über seine Website Kunden gewinnen will, gibt es echte Nachteile:
- Eingeschränkte SEO — Baukästen haben technische Limitierungen, die Ihr Google-Ranking bremsen
- Generisches Design — Hunderte andere Websites sehen genauso aus
- Keine strukturierten Daten — KI-Suchmaschinen können Ihre Seite kaum auswerten
- Abhängigkeit — Sie können den Anbieter nicht einfach wechseln, ohne alles neu zu bauen
- Versteckte Kosten — Premium-Features, eigene Domain, kein Werbe-Branding: alles Aufpreis
Über 3 Jahre gerechnet, kostet ein Baukasten mit allen nötigen Features oft 1.500-2.000 Euro — ohne dass Sie eine wirklich individuelle Seite haben. Für dasselbe Geld bekommen Sie beim Freelancer eine maßgeschneiderte Website, die Ihnen gehört.
Meine ehrliche Kostenrechnung über 3 Jahre: Baukasten (30 €/Monat + Domain + Plugins) kommt auf ca. 1.500 € — aber ohne SEO, ohne individuelle Anpassung und mit eingeschränkter Kontrolle. Eine professionelle Website kostet einmalig mehr, spart aber langfristig Zeit, Nerven und bringt messbar mehr Anfragen.
Laufende Kosten — womit Sie rechnen müssen
Die einmaligen Erstellungskosten sind nur ein Teil. Folgende laufende Kosten fallen an:
- Hosting + Domain — 5-20 Euro/Monat (60-240 Euro/Jahr)
- SSL-Zertifikat — Meist im Hosting inklusive (Let's Encrypt ist kostenlos)
- Wartung + Updates — Bei WordPress: 30-80 Euro/Monat für regelmäßige Updates und Sicherheit
- Inhaltsänderungen — Je nach Vertrag: pauschal oder nach Aufwand (ab 50 Euro/Stunde)
Tipp: Fragen Sie vor der Beauftragung explizit nach den laufenden Kosten. Manche Agenturen locken mit niedrigen Erstellungspreisen und verdienen dann an teuren Wartungsverträgen.
Woran Sie ein gutes Angebot erkennen
Ein seriöses Angebot für eine Website enthält mindestens diese Punkte:
- Klare Leistungsbeschreibung — Was genau ist enthalten? Wie viele Seiten, welche Funktionen?
- Responsive Design — Die Seite muss auf Smartphones funktionieren, das ist 2026 Pflicht
- Grundlegendes SEO — Title-Tags, Meta-Descriptions, Seitenstruktur, Ladezeit-Optimierung
- Rechtssicherheit — Impressum, Datenschutzerklärung, Cookie-Hinweis
- Eigentum — Die Website gehört Ihnen, nicht dem Webdesigner. Sie bekommen alle Zugänge
- Keine Knebelverträge — Kein 24-Monats-Hosting-Vertrag als Bedingung
Achten Sie auch darauf, ob der Webdesigner Referenzen zeigen kann und ob die Kommunikation stimmt. Sie werden zusammenarbeiten — das sollte auf Augenhöhe funktionieren.
Was Sie jetzt tun können
Bevor Sie Angebote einholen, klären Sie für sich: Was soll die Website leisten? Wer ist Ihre Zielgruppe? Welche Funktionen brauchen Sie wirklich? Je klarer Ihre Vorstellung, desto genauer werden die Angebote — und desto besser können Sie vergleichen.
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre aktuelle Website noch zeitgemäß ist, machen Sie den Selbst-Test für Websites. Wenn Sie danach ein realistisches Bild davon wollen, wie ein Projekt aufgebaut wäre, finden Sie auf meiner Seite zu Webdesign in Detmold & OWL den passenden Einstieg.