Sie brauchen eine neue Website und stehen vor der Frage: Wen beauftrage ich? Agentur, Freelancer, den Neffen mit WordPress-Kenntnissen? Die Auswahl ist groß — und die Unterschiede zwischen Anbietern sind von außen kaum sichtbar.
In meiner täglichen Arbeit sehe ich oft Websites, die eine Agentur vor Jahren gebaut hat — und niemand kümmert sich mehr darum. Der Ansprechpartner hat gewechselt, das CMS ist veraltet, und für jede kleine Änderung kommt eine Rechnung über 200 EUR. Das muss nicht sein.
Dieser Artikel gibt Ihnen konkrete Kriterien an die Hand, mit denen Sie Anbieter vergleichen können — egal ob Agentur oder Einzelperson. Ohne Werbesprech, aus der Perspektive eines Freelancers in OWL, der täglich mit genau diesen Fragen konfrontiert wird.
Fünf Kriterien für die Auswahl
1. Portfolio und Referenzen
Schauen Sie sich echte Projekte an — nicht Stock-Fotos im Slider. Kann der Anbieter Websites zeigen, die heute noch online sind? Passen die Branchen zu Ihrer? Ein Webdesigner, der nur Startups betreut, versteht nicht unbedingt, was ein Elektrobetrieb in Herford braucht.
Fragen Sie nach der URL und prüfen Sie die Seite selbst: Lädt sie schnell? Sieht sie auf dem Handy gut aus? Funktioniert das Kontaktformular?
2. Technische Kompetenz
Schönes Design allein reicht nicht. Eine gute Website lädt in unter 3 Sekunden, ist mobilfähig und wird von Google gefunden. Fragen Sie, wie der Anbieter mit Ladezeiten umgeht, ob SEO-Grundlagen berücksichtigt werden und welche Technik zum Einsatz kommt. Wer auf diese Fragen keine klare Antwort hat, ist wahrscheinlich nicht die richtige Wahl.
3. Support nach dem Launch
Die Website geht live — und dann? Wer kümmert sich um Updates, Sicherheit, inhaltliche Änderungen? Bei vielen Agenturen endet das Projekt mit der Abnahme. Alles danach kostet extra, und der ursprüngliche Projektleiter ist längst beim nächsten Kunden.
Klären Sie vorab: Gibt es einen festen Ansprechpartner? Was kostet eine Textänderung? Gibt es Betreuungspakete?
4. Transparente Preise
„Das kommt drauf an" ist keine akzeptable Antwort auf die Frage nach Kosten. Ein seriöser Anbieter kann Ihnen einen Preisrahmen nennen oder ein Festpreisangebot machen. Wenn Sie wissen möchten, was eine Website realistisch kostet, lesen Sie meinen Artikel Was kostet eine Website 2026?.
5. Persönliche Chemie
Klingt banal, ist aber entscheidend. Sie arbeiten wochen- oder monatelang zusammen. Wenn die Kommunikation schon im Erstgespräch holprig ist, wird es im Projekt nicht besser. Achten Sie darauf, ob Ihr Gegenüber zuhört, Rückfragen stellt und Ihre Branche ernst nimmt.
Red Flags: Finger weg bei diesen Zeichen
Manche Warnsignale erkennen Sie schon vor dem ersten Gespräch:
- Kein eigenes Portfolio — Wer keine fertigen Projekte zeigen kann, hat entweder keine Erfahrung oder keine zufriedenen Kunden
- „Seite 1 bei Google — garantiert" — Niemand kann das seriös versprechen. SEO braucht Zeit, und Rankings hängen von dutzenden Faktoren ab
- Komplett-Website für unter 300 EUR — Für diesen Preis bekommen Sie ein Template mit Ihrem Logo drauf, keine individuelle Lösung. Ein Tischler aus Detmold hat mir erzählt, dass er 5.000 EUR für eine WordPress-Seite bezahlt hat, die nach zwei Jahren veraltet war und niemand updaten konnte. Am anderen Ende des Spektrums sind Billig-Angebote selten besser — sie sparen an Beratung, Struktur und Nachbetreuung
- Keine persönliche Erreichbarkeit — Nur Kontaktformular, kein Telefon, keine direkte E-Mail? Dann stehen Sie im Ernstfall allein da
- Knebelverträge und Abhängigkeit — Manche Anbieter behalten Domain und Hosting in ihrer Hand. Sie zahlen monatlich und können nicht wechseln, ohne alles zu verlieren. Bestehen Sie darauf, dass die Domain auf Ihren Namen registriert wird
Faustregel: Wenn ein Angebot zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es das meistens auch.
Freelancer oder Agentur?
Beide haben ihre Berechtigung. Die Frage ist: Was passt zu Ihrem Projekt und Budget?
Agentur
- Vorteil: Team mit spezialisierten Rollen (Designer, Entwickler, Texter, Projektmanager). Kapazität für große Projekte. Vertretung bei Krankheit oder Urlaub
- Nachteil: Höhere Kosten (3.000-15.000 EUR+ für eine KMU-Website). Wechselnde Ansprechpartner. Kleine Kunden haben oft niedrige Priorität
Freelancer
- Vorteil: Ein fester Ansprechpartner, kurze Wege, niedrigere Kosten (500-3.000 EUR). Oft persönlicher und flexibler
- Nachteil: Weniger Kapazität, bei Ausfall kein Backup. Qualität schwankt stark — von Profi bis Hobbybastler
Für die meisten kleinen und mittleren Betriebe in OWL — ob Handwerker, Dienstleister oder lokaler Handel — ist ein erfahrener Freelancer oft die bessere Wahl. Sie bekommen persönliche Betreuung, ohne Agentur-Overhead zu bezahlen. Falls Sie sich noch unsicher sind, ob Sie überhaupt externe Hilfe brauchen, hilft Ihnen der Vergleich Website selber machen oder Agentur beauftragen? weiter.
Diese Fragen sollten Sie stellen
Bevor Sie einen Vertrag unterschreiben, nehmen Sie sich 15 Minuten für diese Fragen. Die Antworten verraten mehr als jede Hochglanz-Präsentation:
- Wie sieht ein typisches Projekt bei Ihnen aus? — Von der ersten Anfrage bis zum Go-Live: Welche Schritte durchlaufen wir, wie lange dauert es, wie läuft die Kommunikation?
- Was passiert nach dem Launch? — Gibt es Betreuung, Updates, Support? Zu welchen Kosten? Ist das optional oder Pflicht?
- Wem gehört die Domain? — Die Domain muss auf Ihren Namen registriert sein, nicht auf den des Anbieters. Punkt.
- Kann ich die Seite selbst bearbeiten? — Und wenn ja: Wie? Wird es mir erklärt? Brauche ich technisches Vorwissen?
- Was ist im Preis enthalten — und was nicht? — Texterstellung, Bildbearbeitung, SEO-Grundlagen, SSL-Zertifikat, Einrichtung auf dem Server: Klären Sie, was inklusive ist und was extra kostet
- Haben Sie Erfahrung mit meiner Branche? — Ein Maler braucht andere Inhalte als ein Steuerberater. Branchenerfahrung spart Zeit und führt zu besseren Ergebnissen
- Kann ich einen bestehenden Kunden als Referenz kontaktieren? — Wer gute Arbeit macht, hat zufriedene Kunden, die das bestätigen
Mein ehrlicher Rat
Ich bin Freelancer in OWL und betreue Handwerker, kleine Dienstleister und lokale Unternehmen. Damit Sie wissen, mit wem Sie es hier zu tun haben: Ich sage nicht, dass Agenturen schlecht sind. Für ein Unternehmen mit 50 Mitarbeitern und einem komplexen Online-Shop ist eine Agentur oft die richtige Wahl.
Aber für den Malerbetrieb mit fünf Mitarbeitern, den Elektroinstallateur mit drei Lehrlingen oder die Physiotherapie-Praxis in Bielefeld? Da brauchen Sie keinen Projektmanager, keinen UX-Workshop und kein 40-seitiges Konzeptpapier. Da brauchen Sie jemanden, der Ihre Website baut, der erreichbar ist und der sich auch nach dem Launch darum kümmert.
Mein Ansatz: Eine fertige Website ab 250 EUR, kein Abo, keine versteckten Kosten. Die Domain gehört Ihnen, die Dateien gehören Ihnen. Wenn Sie wechseln wollen, nehmen Sie alles mit. So sollte das sein.
Wenn Sie gerade auf der Suche sind: Schauen Sie sich meine Webdesign-Seite an oder rufen Sie mich an. Kein Verkaufsgespräch — einfach ein Gespräch darüber, was Sie brauchen und ob ich der Richtige dafür bin.