Website-Texte liefern: Was Ihr Webdesigner wirklich braucht

Ihr Webdesigner wartet auf Inhalte — aber welche genau? Diese Checkliste zeigt Ihnen Seite für Seite, was Sie vorbereiten sollten.

Praxis Ravel-Lukas Geck / geckIT Webdesign 5 Min. Lesezeit
Notizbuch mit Stift auf Schreibtisch — Texte vorbereiten für die Website
Foto: Aaron Burden / Unsplash

„Die Texte kommen noch" — diesen Satz höre ich bei jedem zweiten Website-Projekt. Und meistens kommt er nicht einmal, nicht zweimal, sondern über Wochen. Nicht weil die Kunden faul wären, sondern weil niemand ihnen gesagt hat, was genau sie liefern sollen.

Dabei ist es gar nicht kompliziert. Wenn Sie wissen, welche Informationen Ihr Webdesigner tatsächlich braucht, können Sie das in einem Nachmittag erledigen. Und Ihr Website-Projekt kommt deutlich schneller voran.


Warum Texte der häufigste Engpass sind

Bei meinen Projekten mit Handwerkern und Dienstleistern in OWL ist das Muster immer gleich: Design und Technik sind in wenigen Tagen fertig. Aber dann stehen alle still, weil die Inhalte fehlen. Ein Elektriker in Detmold hat mir mal geschrieben: „Ich weiß gar nicht, was ich auf die Website schreiben soll."

Das Problem ist nicht mangelnde Kompetenz — die wissen alles über ihre Arbeit. Das Problem ist, dass „Website-Texte schreiben" sich anfühlt wie eine Prüfung. Als müsste man hochgestochene Marketing-Sätze formulieren. Muss man aber nicht.

Ihr Webdesigner braucht keine Romane. Er braucht Rohmaterial — Fakten, Stichpunkte, Zahlen. Die Formulierung ist sein Job.

Was die Startseite braucht

Die Startseite ist die wichtigste Seite — hier entscheidet sich in 3-5 Sekunden, ob ein Besucher bleibt oder geht. Dafür brauche ich von Ihnen:

  • Kernaussage in einem Satz — Was machen Sie, für wen, in welcher Region? Beispiel: „Elektroinstallationen für Privat und Gewerbe im Kreis Lippe"
  • 3-5 Kernleistungen — Nicht alle 30, sondern die, die am meisten Umsatz bringen
  • Ein konkreter Vorteil — Warum sollte jemand Sie statt den Wettbewerber wählen? (z.B. „24h Notdienst", „Meisterbetrieb seit 1998", „Festpreisgarantie")
  • Handlungsaufforderung — Was soll der Besucher tun? Anrufen, Mail schreiben, Formular ausfüllen?

Das klingt überschaubar — und genau das ist es. Wenn Sie diese vier Punkte als Stichworte aufschreiben, habe ich alles, was ich für eine verkaufsstarke Startseite brauche.

Was die Über-uns-Seite braucht

Bei lokalen Unternehmen ist die Über-uns-Seite oft die zweitmeistbesuchte Seite — weil potenzielle Kunden wissen wollen, mit wem sie es zu tun haben. Hier gilt: Persönlichkeit schlägt Perfektion.

  • Gründungsjahr und -geschichte — Wann gestartet? Warum selbstständig gemacht?
  • Team — Wie viele Mitarbeiter? Namen und Funktionen der wichtigsten Personen
  • Qualifikationen — Meisterbrief, Zertifizierungen, Mitgliedschaften (Handwerkskammer, Innung)
  • Einzugsgebiet — Wo arbeiten Sie? Welche Städte und Kreise?
  • Persönliches — Ein Satz darüber, was Ihnen bei der Arbeit wichtig ist. Klingt banal, macht aber den Unterschied

Ein Malerbetrieb, für den ich eine Website erstellt habe, hat mir dafür einfach eine WhatsApp geschickt: „Familienbetrieb seit 1985, Vater hat angefangen, ich habe 2012 übernommen, 4 Gesellen, machen alles von Fassade bis Trockenbau." Perfekt. Mehr brauchte ich nicht.

Was die Leistungsseite braucht

Bei den Leistungen machen viele den Fehler, entweder zu vage oder zu detailliert zu sein. Die goldene Mitte für eine Website:

  1. Leistungsname — Klar und verständlich, wie Ihr Kunde danach suchen würde
  2. 2-3 Sätze Beschreibung — Was genau beinhaltet die Leistung?
  3. Für wen — Privatkunden, Gewerbe, Industrie?
  4. Referenzprojekte — „Haben wir schon für XY gemacht" oder Fotos von abgeschlossenen Projekten

Tipp: Schauen Sie sich an, was Ihre Kunden bei Google suchen. Wenn Leute „Badezimmer sanieren Detmold" eingeben, sollte auf Ihrer Leistungsseite nicht „Sanitäre Installationsarbeiten im häuslichen Nassbereich" stehen. Die Sprache Ihrer Kunden ist die richtige Sprache für Ihre Website.

Fotos und Logo — was Sie mitbringen sollten

Texte sind die halbe Miete. Die andere Hälfte: Bilder. Eine Website ohne echte Fotos wirkt austauschbar — egal wie gut das Design ist.

Was ich an Bildmaterial brauche:

  • Logo — Als SVG (Vektordatei) oder PNG mit transparentem Hintergrund. Wenn Sie nur ein JPG mit weißem Hintergrund haben, reicht das notfalls auch
  • Teamfoto oder Porträt — Muss kein Profi-Shooting sein. Ein Handyfoto bei gutem Tageslicht, auf dem man Sie erkennt, reicht
  • 3-5 Projektfotos — Abgeschlossene Arbeiten, Werkstatt, Fahrzeuge, Baustellen. Querformat funktioniert besser als Hochformat
  • Foto vom Firmensitz — Falls vorhanden und vorzeigbar

Professionelle Stockfotos nutze ich als Ergänzung — aber sie ersetzen niemals echte Bilder Ihres Betriebs. Ein Foto Ihres Teams vor dem Firmenfahrzeug schafft mehr Vertrauen als jedes Stockfoto von lächelnden Models.

Die 3 häufigsten Fehler bei der Textlieferung

Nach dutzenden Kundenprojekten sehe ich immer wieder dieselben Stolpersteine:

1. Zu viel auf einmal schreiben wollen

Manche Kunden setzen sich hin und versuchen, alle Texte in einem Rutsch fertig zu schreiben. Das führt zu Frust und Aufschieberitis. Besser: Fangen Sie mit der Startseite an. Den Rest machen wir Schritt für Schritt.

2. Texte von der alten Website kopieren

„Können wir nicht einfach die Texte von der alten Seite nehmen?" Meistens nein — denn die alte Website hatte ja einen Grund, warum sie nicht funktioniert hat. Frische Inhalte sind Teil des Neuanfangs. Und falls die alten Texte gut waren: Dann übernehme ich sie natürlich.

3. Fertig formulierte Texte statt Rohmaterial

Klingt widersprüchlich, ist aber wahr: Viele Kunden investieren Stunden in ausformulierte Texte — und dann muss ich sie trotzdem umschreiben, weil sie nicht für das Web optimiert sind. Stichpunkte und Fakten sind wertvoller als ein durchgestylter Fließtext.


Es muss nicht perfekt sein

Der wichtigste Tipp, den ich Ihnen mitgeben kann: Schicken Sie mir, was Sie haben. Lieber unvollständig als gar nicht. Ich kann aus drei Stichpunkten einen guten Absatz machen — aber aus einer leeren Seite nicht.

Wenn Sie gerade ein Website-Projekt planen, schauen Sie sich auch den kompletten Projektablauf an — da sehen Sie, an welcher Stelle die Texte ins Spiel kommen und wie viel Vorlauf Sie brauchen.

Und falls Sie sich fragen, was das Ganze kostet: Ehrliche Zahlen für 2026. Bei meinen Projekten ist die Textformulierung im Webdesign-Paket enthalten — Sie müssen also keine fertigen Texte liefern, nur das Rohmaterial.