Sie schalten eine Google-Ads-Kampagne. Die Klicks kommen, das Budget verschwindet — und am Ende landen drei Mails im Postfach, wo zehn drin sein müssten. Das Problem liegt selten an der Anzeige. Es liegt an der Seite, auf der die Klicks aufschlagen.
Eine Landingpage hat einen einzigen Job: aus einem Klick eine konkrete Aktion machen. Anruf, Anfrage, Anmeldung. Was sie davon abhält, sind in meiner Praxis fast immer dieselben neun Lücken — und keiner davon braucht teure Tools, alle lassen sich an einem halben Tag fixen.
Was ist eine gute Landingpage? Eine Landingpage ist eine eigenstaendige Webseite mit genau einem Ziel — meist eine Conversion wie Anfrage, Anruf oder Anmeldung. Anders als eine Startseite hat sie keine Navigation, keine Ablenkung, kein Querverweis-Menue. Eine gute Landingpage besteht aus neun Bausteinen: klare Headline, Sub-Hook mit Versprechen, sichtbarer Call-to-Action, Benefits, Social Proof, FAQ, Hero-Bild oder Video, Trust-Signale und Footer mit Impressum.
Was ist eine Landingpage — und was sie nicht ist
Eine Landingpage ist die digitale Version einer guten Verkaufstrategie: ein einziger Raum, ein einziges Ziel. Wer draufkommt, soll am Ende klicken, anrufen oder ein Formular ausfüllen. Genau eine Aktion.
Das unterscheidet sie von einer normalen Startseite. Die zeigt alles, was Ihr Unternehmen kann — Leistungen, Über-mich, Referenzen, Blog, Kontakt. Die Landingpage zeigt nur das, was den nächsten Schritt auslöst. Alles andere wird weggelassen. Auch die Navigation oben. Auch die Footer-Links nach Quervers.
Klassische Anlässe für eine eigene Landingpage:
- Google-Ads-Kampagne — der Suchende kommt mit einem konkreten Bedarf, Sie wollen ihn nicht auf der Startseite verlieren
- Social-Media-Promotion — eine Instagram-Story mit Swipe-Up führt auf eine Seite mit genau dem versprochenen Angebot
- Print-QR-Code — Flyer, Visitenkarte oder Plakat verweist auf eine Landingpage statt auf die Homepage
- Webinar oder E-Mail-Liste — Anmeldeseite mit einem klaren Versprechen und einem Formular
Wenn Sie keinen dieser Anlässe haben, brauchen Sie auch keine separate Landingpage. Dann ist die Startseite Ihre Landingpage — und die optimieren wir anders (siehe Warum Ihre Website Sie Kunden kostet).
Die 9 Bausteine, die eine Landingpage braucht
Diese Reihenfolge ist nicht zufällig — sie folgt dem Blick eines Besuchers von oben nach unten und beantwortet seine Fragen in genau der Reihenfolge, in der er sie stellt.
1. Headline mit klarer Nutzenformulierung
Drei Sekunden — länger schaut niemand. In dieser Zeit muss die Überschrift zwei Dinge sagen: Was bekomme ich? und Warum sollte mich das interessieren? Schlecht: „Ihre Agentur für moderne Lösungen." Gut: „Festpreis-Webdesign für Detmolder Handwerker — ab 320 €."
2. Sub-Hook mit Versprechen oder Differenzierung
Ein Satz unter der Headline, der den Köder verstärkt. Konkret, quantifizierbar, mit Zahl oder Zeitangabe. „In 14 Tagen live — ohne Stundenabrechnung, ohne Folgekosten im ersten Jahr."
3. Sichtbarer Call-to-Action (oben, ohne Scrollen)
Ein primärer Button, in Kontrastfarbe, mit aktivem Verb: „Jetzt kostenlos beraten lassen", „Termin in 60 Sekunden buchen". Eine Untersuchung von Nielsen Norman Group zeigt: Above-the-fold-CTAs erhöhen die Conversion-Rate um bis zu 30 %.
4. Hero-Bild oder kurzes Video (max. 30 Sekunden)
Ein Bild der echten Person, des echten Teams oder des echten Produkts. Keine Stockfotos mit lachenden Anzugträgern. Wenn Video: maximal 30 Sekunden, automatisch stumm, Untertitel eingebettet. Wer ein Video braucht, sieht es. Wer nicht, scrollt weiter.
5. Drei klare Benefits (nicht Features)
Was haben Sie davon? Nicht: „Wir nutzen modernste Technologie." Sondern: „Ihre Website lädt in unter 1 Sekunde — das sehen Ihre Besucher und Google merkt es auch." Drei Benefits reichen, sonst wird es Lesearbeit.
6. Social Proof — Logos, Zitate, Sterne
Logos von echten Kunden (mit Einverständnis), 1–2 kurze Kundenstimmen mit echtem Namen und Stadt, oder eine Bewertungs-Übersicht. Falsche Trust-Signale wie „Über 10.000 zufriedene Kunden" ohne Beleg schaden mehr als sie nützen.
7. FAQ — die drei größten Einwände beantworten
Was hält jemanden noch vom Klick ab? „Wie lange dauert das?", „Was kostet es wirklich?", „Was passiert, wenn ich nicht zufrieden bin?". Diese Fragen kennen Sie aus Telefongesprächen — beantworten Sie sie hier proaktiv.
8. Zweiter Call-to-Action (am Ende)
Wer bis zum Ende scrollt, ist deutlich interessierter als der, der nach oben springt. Der zweite Button darf konkreter sein: statt „Mehr erfahren" lieber „Festpreis-Angebot anfordern". Gleicher Stil wie der erste Button, gleiche Farbe — damit klar ist: das ist das Hauptziel.
9. Footer mit Impressum, Datenschutz, Kontakt
Rechtlich Pflicht (Impressum, Datenschutz), aber auch vertrauensbildend. Eine Adresse, eine Telefonnummer, ein Klarname. Versteckte Impressums-Links sehen unseriös aus — geben Sie hier Adresse und Kontakt prominent an.
Wireframe von oben nach unten
So sieht die Reihenfolge im Mobile-Layout aus — denn 7 von 10 Klicks kommen aufs Smartphone:
┌──────────────────────────┐
│ Logo (klein, links) │ ← keine Hauptnav!
├──────────────────────────┤
│ HEADLINE (3 Sekunden) │ ← Baustein 1
│ Sub-Hook (1 Satz) │ ← Baustein 2
│ [BUTTON: Aktion] │ ← Baustein 3
├──────────────────────────┤
│ Hero-Bild / Video │ ← Baustein 4
├──────────────────────────┤
│ 3 Benefits (Icon+Text) │ ← Baustein 5
├──────────────────────────┤
│ Social Proof (Logos) │ ← Baustein 6
├──────────────────────────┤
│ FAQ (3 Einwände) │ ← Baustein 7
├──────────────────────────┤
│ Zweiter CTA-Block │ ← Baustein 8
├──────────────────────────┤
│ Footer (NAP + Impressum)│ ← Baustein 9
└──────────────────────────┘
Mehr braucht es nicht. Wer länger scrollt, sucht Inhalte, die eine Landingpage nicht beantworten kann — und ist nicht Ihr Zielklient.
3 typische Anfänger-Fehler — und wie Sie sie vermeiden
Fehler 1: Hauptnavigation auf der Landingpage
Die übliche Website-Nav führt weg von der Conversion. Auf einer Landingpage gehört oben ein Logo (verlinkt auf die Hauptseite, falls nötig) und sonst nichts. Keine Menü-Links zu „Über uns", „Blog" oder „Karriere". Das mag radikal wirken, aber jeder Wegweiser-Link kostet Conversion-Rate.
Fehler 2: Mehrere konkurrierende Ziele
„Anrufen oder Mail schreiben oder Formular ausfüllen oder WhatsApp" — wer drei Optionen anbietet, entscheidet sich nirgends. Wählen Sie das eine wichtigste Ziel und mache es groß. Die anderen Optionen können im Footer stehen, klein und neutral.
Fehler 3: Stockfotos statt echte Menschen
Das lachende Headset-Mädchen aus dem Stockfoto-Katalog erkennt inzwischen jeder. Es signalisiert: „Hier wurde gespart, und zwar an genau der Stelle, an der Sie hingucken." Selbst ein handy-geschossenes Foto von Ihnen am Arbeitsplatz wirkt authentischer als das beste Adobe-Stock-Bild.
Tool oder Custom-Code? Drei Wege im Vergleich
| Ansatz | Kosten | Geschwindigkeit | Lädt in |
|---|---|---|---|
| Landingpage-Builder (Carrd, Webflow) | 10–30 €/Monat | 1 Tag | 2–4 s |
| WordPress + Elementor/Bricks | Hosting ab 5 €/Monat + 80 €/Theme | 2–3 Tage | 1–3 s |
| Custom HTML/CSS (statisch) | Festpreis 290–490 € einmalig | 2–4 Tage | unter 1 s |
Für eine einmalige Promo reicht ein Builder. Für eine dauerhafte Sales-Page, die regelmäßig Werbebudget abbekommt, lohnt sich der Speed-Vorteil einer statischen Custom-Seite. Mehr dazu im Vergleich Website selber machen oder Agentur beauftragen?.
Wann lohnt sich eine eigene Landingpage?
Eine separate Landingpage lohnt sich, sobald Sie Geld in Traffic investieren — egal ob Google Ads, Meta Ads, LinkedIn, Print-QR-Code oder Influencer-Kooperation. Faustregel: ab etwa 300 € monatlichem Werbebudget rechnet sich eine eigene Landingpage statt einer Startseite, weil sie typischerweise 2–4 Mal höhere Conversion-Raten erzielt.
Wenn Sie nur über Google-organische Suche oder Empfehlungen gefunden werden, bleibt die Startseite die richtige Anlaufstelle — dort suchen Besucher Kontext, nicht nur den einen Klick.
Häufige Fragen zu Landingpages
Wie lang sollte eine Landingpage sein?
So kurz wie möglich, so lang wie nötig. Für einfache Angebote (Festpreis-Service, Anmeldung zu Webinar) reicht ein Screen Mobile. Für komplexere Produkte mit Erklärungsbedarf sind 4–6 Bildschirmhöhen mobile okay — aber jede zusätzliche Sektion muss einen Einwand auflösen, nicht nur Inhalt füllen.
Brauche ich für jede Kampagne eine eigene Landingpage?
Idealerweise ja, in der Praxis selten umsetzbar. Mein Kompromiss: pro Hauptangebot eine Landingpage, die in der Headline durch URL-Parameter angepasst wird („Webdesign Detmold — Festpreis ab 320 €" vs. „Webdesign Bielefeld — Festpreis ab 320 €"). Spart Aufwand, behält Conversion.
Wie messe ich, ob meine Landingpage funktioniert?
Drei Zahlen reichen: Conversion-Rate (Anfragen geteilt durch Besuche), Bounce-Rate (Anteil der Direkt-Aussteiger) und Scroll-Tiefe (wie weit Besucher kommen). Tools wie Umami (selbst gehostet, DSGVO-konform) oder Plausible reichen vollkommen — kein Google Analytics nötig.
Was kostet eine Landingpage zu erstellen?
Mit einem Builder selbst gemacht: 0–30 €/Monat. Mit einem Freelancer wie mir: 290–490 € Festpreis für eine technisch sauber gebaute, ladezeit-optimierte Custom-Seite — siehe Preisrahmen im Artikel Was kostet eine Website 2026?.
Was Sie jetzt tun können
Wenn Sie aktuell Werbung schalten und die Klicks aufs Kontaktformular der Startseite leiten: Testen Sie 14 Tage lang eine eigene Landingpage. Die Reihenfolge der 9 Bausteine oben ist Ihr Wireframe. Den Rest schreiben Sie aus dem Bauch heraus — Sie kennen Ihre Kunden besser als jede Agentur.
Wenn Sie keine Lust haben, sich durch Builder-Menüs zu klicken, oder eine schnellere Custom-Variante mit unter 1 Sekunde Ladezeit brauchen, schaue ich gerne kostenlos auf Ihr Angebot und sage Ihnen, ob sich eine Landingpage in Ihrem Fall lohnt. Festpreis, keine Stundenabrechnung — wie alle geckIT-Webdesign-Projekte.
Mehr zum Thema Conversion-Optimierung: Website-Besucher zu Kunden machen. Wenn Sie regional sichtbar werden wollen, lohnt vorab ein Blick auf Lokales SEO für Detmold und OWL.