„Brauche ich wirklich einen eigenen Server?" Das fragen sich viele Unternehmer, wenn sie zum ersten Mal über Hosting nachdenken. Die Antwort: Meistens nicht. Aber es gibt gute Gründe, nicht das billigste Paket zu nehmen.
In der Hosting-Welt gibt es drei Grundtypen — und die Unterschiede sind für Laien schwer greifbar. Die meisten Vergleichsseiten verdienen an Affiliate-Links und empfehlen, was die höchste Provision bringt. Hier bekommen Sie stattdessen eine ehrliche Einschätzung aus meiner täglichen Arbeit mit Kunden-Websites.
Shared Hosting: Die Einstiegslösung
Beim Shared Hosting teilen sich dutzende oder hunderte Websites einen Server. Wie eine Bürogemeinschaft: Günstiger Mietpreis, aber wenn der Nachbar laut wird, hören Sie das auch.
- Kosten: 3-15 EUR/Monat
- Anbieter: IONOS, Strato, All-Inkl, Netcup
- Geeignet für: Einfache Firmenwebsites, Visitenkarten-Seiten, Blogs
- Vorteil: Günstig, kein technisches Wissen nötig, Einrichtung in Minuten
- Nachteil: Andere Websites auf dem Server beeinflussen Ihre Ladezeit. Bei Traffic-Spitzen wird es eng
Für eine statische Firmenwebsite mit 3-5 Seiten und wenigen hundert Besuchern im Monat reicht Shared Hosting vollkommen. Die meisten meiner Kunden starten hier — und viele bleiben auch dabei.
Managed Hosting: Komfort mit Aufpreis
Managed Hosting bedeutet: Der Anbieter kümmert sich um Updates, Sicherheit und Backups. Sie bekommen eine fertig eingerichtete Umgebung — meistens optimiert für WordPress.
- Kosten: 20-80 EUR/Monat
- Anbieter: Raidboxes, Kinsta, WP Engine, IONOS Managed WordPress
- Geeignet für: WordPress-Websites mit regelmäßigen Updates, Shops, Seiten mit hohem Traffic
- Vorteil: Automatische Backups, Staging-Umgebungen, spezialisierter Support
- Nachteil: Deutlich teurer, oft auf WordPress beschränkt, wenig Flexibilität
Managed Hosting ergibt Sinn, wenn Sie WordPress nutzen und keine Lust haben, sich um Plugin-Updates und Sicherheits-Patches zu kümmern. Für eine einfache HTML-Website ist es überdimensioniert.
VPS: Der eigene Server
Ein VPS (Virtual Private Server) ist ein virtueller Server, der Ihnen allein gehört. Mehr Leistung, mehr Kontrolle — aber auch mehr Verantwortung.
- Kosten: 5-40 EUR/Monat (unmanaged), 20-100 EUR/Monat (managed)
- Anbieter: Netcup, Hetzner, Contabo, DigitalOcean
- Geeignet für: Mehrere Websites auf einem Server, individuelle Konfiguration, höhere Anforderungen an Performance
- Vorteil: Volle Kontrolle, garantierte Ressourcen, mehrere Domains auf einem Server möglich
- Nachteil: Technisches Wissen nötig (bei unmanaged), Wartung liegt bei Ihnen
Ich betreibe die Websites meiner Kunden auf einem VPS bei Netcup — weil ich so die volle Kontrolle über Ladezeit, Sicherheit und SSL-Zertifikate habe. Für einen einzelnen Unternehmer ohne technisches Wissen ist ein VPS aber keine sinnvolle Wahl, es sei denn, jemand kümmert sich darum.
Die richtige Frage ist nicht „Was ist das beste Hosting?" — sondern: „Wer kümmert sich um den Server, wenn etwas schief läuft?"
Worauf Sie beim Hosting achten sollten
Unabhängig vom Hosting-Typ gibt es Kriterien, die für jede Firmenwebsite gelten:
- SSL-Zertifikat inklusive — HTTPS ist Pflicht. Die meisten Hoster bieten kostenlose Let's-Encrypt-Zertifikate an
- Serverstandort Deutschland — Besser für Ladezeiten und DSGVO. Achten Sie darauf, dass der Anbieter Rechenzentren in Deutschland oder der EU betreibt
- Automatische Backups — Falls mal etwas schief geht, brauchen Sie eine Sicherung. Tägliche Backups sollten Standard sein
- Support auf Deutsch — Wenn nachts um drei die Website ausfällt, wollen Sie nicht auf Englisch erklären, was los ist
- Keine Knebelverträge — Monatliche Kündbarkeit ist ideal. 24-Monate-Bindung für ein paar Euro weniger lohnt sich selten
Was viele nicht wissen: Die meisten Hosting-Angebote mit „ab 1 EUR/Monat" gelten nur im ersten Jahr. Danach verdoppelt oder verdreifacht sich der Preis. Schauen Sie immer auf den Verlängerungspreis.
Meine Empfehlung
Für die meisten kleinen Unternehmen in OWL, die ich betreue, ist die Kombination aus meinem VPS + monatlicher Betreuung die beste Lösung. Die Kunden zahlen einen festen Monatsbetrag und müssen sich um nichts kümmern — kein Server-Management, keine Updates, keine Backups. Details dazu finden Sie auf meiner Hosting-Seite.
Wenn Sie Ihre Website selbst betreiben möchten: Shared Hosting bei einem deutschen Anbieter wie Netcup, IONOS oder All-Inkl. Kosten: 5-10 EUR/Monat. Darauf können Sie jede statische Website oder ein einfaches WordPress betreiben.
Wenn Sie WordPress mit allem Komfort wollen: Managed WordPress-Hosting bei Raidboxes (ab ca. 15 EUR/Monat) — deutscher Anbieter, guter Support, automatische Updates.
Falls Sie gerade vor der Entscheidung stehen und unsicher sind: Ich berate Sie gerne. Und wenn ein Domain-Umzug ansteht, kümmere ich mich auch darum.