„Gibt es nicht Förderung für die Website?" — diese Frage höre ich regelmäßig von Handwerkern und Kleinunternehmern in OWL. Die ehrliche Antwort: Ja, aber weniger als früher. Die beliebtesten Programme sind ausgelaufen. Was 2026 in NRW tatsächlich noch geht, steht hier.
Vorab eine Warnung: Im Netz kursieren viele veraltete Artikel, die noch „go-digital" oder „Digital Jetzt" empfehlen. Beide Programme nehmen keine Anträge mehr an. Wer sich darauf verlässt, verschwendet Zeit. Dieser Artikel ist auf dem Stand März 2026.
MID-Digitalisierung NRW — der wichtigste Zuschuss
Das Programm Mittelstand Innovativ & Digital (MID) des Landes NRW ist seit 2026 das zentrale Förderprogramm für kleine und mittlere Unternehmen. Seit Januar 2026 wird es von der NRW.BANK verwaltet (vorher: Projektträger Jülich).
- Förderhöhe: Bis zu 15.000 EUR Zuschuss (50 % der Kosten)
- Wofür: Entwicklung und Umsetzung digitaler Produkte und Prozesse mit Hilfe externer Dienstleister
- Wer: KMU mit Sitz in NRW, weniger als 250 Mitarbeiter
- Antragsverfahren: Zweistufig — erst Registrierung im Losverfahren, dann Antrag
Zusätzlich gibt es MID-Digitale Sicherheit (Zuschuss für IT-Sicherheitsmaßnahmen) und MID-Assistent/in (bis zu 48.000 EUR für die Einstellung von Hochschulabsolventen, die Digitalisierung im Betrieb vorantreiben). Details auf der Seite des NRW-Wirtschaftsministeriums.
Mein Hinweis: MID fördert die Umsetzung durch externe Dienstleister — eine neue Website bei einem Webdesigner kann also grundsätzlich förderfähig sein, wenn sie Teil eines Digitalisierungsprojekts ist.
BAFA-Beratungsförderung — bundesweites Programm
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert Unternehmensberatungen für KMU — bis Ende 2026.
- Förderhöhe: Bis zu 50 % der Beratungskosten in NRW (alte Bundesländer), maximal 1.750 EUR pro Beratungsphase
- Wofür: Strategische Beratung zu Digitalisierung, Organisation, Personalführung — keine Umsetzung, nur Beratung
- Limit: Maximal 5 Projekte pro Unternehmen, nicht mehr als 2 pro Jahr
- Bearbeitungszeit: 2-4 Wochen beim BAFA
Die BAFA-Förderung eignet sich gut als Einstieg: Ein Berater analysiert, wo Digitalisierung im Betrieb am meisten bringt. Die Umsetzung (z. B. neue Website, Software) muss dann aber aus eigener Tasche oder über MID finanziert werden.
Handwerkskammer — kostenlose Erstberatung
Was viele Handwerker nicht wissen: Die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld bietet kostenlose Digitalisierungsberatung für Mitgliedsbetriebe. Kein Antrag nötig — einfach anrufen und Termin machen.
Die Berater der HWK kennen die Förderlandschaft und helfen beim Antrag. In meiner Erfahrung ist das der beste Einstiegspunkt: Erstberatung bei der Kammer, dann gemeinsam entscheiden, ob ein MID- oder BAFA-Antrag Sinn ergibt.
Zusätzlich vermittelt die IHK Ostwestfalen Digitalisierungsberater und bietet eigene Informationsveranstaltungen zu Fördermitteln an.
Was nicht mehr geht
Damit Sie nicht auf veraltete Infos hereinfallen — diese Programme sind 2026 nicht mehr verfügbar:
- go-digital (BMWi) — Programm ausgelaufen, keine Neuanträge
- Digital Jetzt (BMWi) — Programm ausgelaufen, keine Neuanträge
- Digitalbonus NRW — war ein Vorgängerprogramm, durch MID ersetzt
Wenn ein Berater oder eine Agentur Ihnen erzählt, Sie könnten über go-digital eine Website fördern lassen: Stimmt nicht mehr. Fragen Sie konkret nach dem Programmnamen und prüfen Sie auf der offiziellen Seite.
Drei Tipps für den Antrag
- Nicht auf eigene Faust — Nehmen Sie die kostenlose Beratung der HWK oder IHK mit. Die wissen, welche Fördertöpfe gerade offen sind und wie der Antrag formuliert sein muss
- Antrag VOR Auftragsvergabe — Bei MID und BAFA gilt: Erst den Antrag stellen, dann den Dienstleister beauftragen. Wer vorher beauftragt, verliert den Anspruch
- Dokumentation von Anfang an — Angebote, Rechnungen, Leistungsnachweise — alles aufheben. Die Verwendungsnachweise werden geprüft
Weitere digitale Werkzeuge für Ihren Betrieb finden Sie in meinem Artikel KI-Tools für kleine Unternehmen. Und wenn Sie über eine neue Website nachdenken — was eine Website 2026 kostet, habe ich ebenfalls aufgeschlüsselt.