Ihr neuer Webhoster sagt Ihnen: „Bitte ändern Sie den A-Record auf unsere IP-Adresse." Sie loggen sich bei Strato ein, suchen 20 Minuten nach der richtigen Einstellung — und schließen den Tab frustriert wieder. So geht es vielen meiner Kunden. DNS-Einstellungen klingen technisch, sind aber einfacher als gedacht.
In den letzten Monaten habe ich für Kunden in OWL über ein Dutzend Domain-Umzüge begleitet. Die häufigste Hürde war nie der Server selbst, sondern genau dieser eine Schritt: den richtigen DNS-Eintrag beim richtigen Anbieter finden und ändern. Deshalb habe ich diesen Artikel geschrieben — als Referenz, die ich selbst an meine Kunden schicke.
Was sind DNS-Einstellungen?
DNS steht für Domain Name System. Sie können es
sich als Telefonbuch des Internets vorstellen. Wenn Sie
geckit.de in Ihren Browser eingeben, weiß Ihr
Computer nicht, wo diese Website liegt. Er braucht eine
IP-Adresse — eine Zahlenfolge wie 159.195.20.23.
Das DNS übersetzt den Namen in diese Adresse.
Ohne DNS müssten Sie sich für jede Website eine Zahlenreihe merken. Stellen Sie sich vor, Sie müssten statt „firma-mueller.de" jedes Mal „93.184.216.34" eintippen. DNS nimmt Ihnen diese Arbeit ab. Und die DNS-Einstellungen legen fest, welche IP-Adresse hinter Ihrer Domain steckt, welcher Server Ihre E-Mails empfängt und welche Zusatzinformationen hinterlegt sind.
Die wichtigsten DNS-Record-Typen
Es gibt verschiedene Typen von DNS-Einträgen. Die meisten davon brauchen Sie nie anzufassen. Die folgenden fünf sind die, die in der Praxis relevant werden:
| Typ | Wofür | Beispiel |
|---|---|---|
| A-Record | Verbindet Domain mit IPv4-Adresse |
geckit.de → 159.195.20.23
|
| AAAA-Record | Wie A-Record, aber für IPv6 | geckit.de → 2a0a:4cc0:… |
| CNAME | Alias — leitet auf andere Domain weiter |
www.geckit.de → geckit.de
|
| MX-Record | E-Mail-Zustellung |
Welcher Server empfängt Mails
|
| TXT-Record | Texteinträge (Verifizierung, SPF) |
Google Search Console, SPF
|
Der A-Record ist der wichtigste. Er sagt dem
Internet: „Diese Domain gehört zu diesem Server." Wenn Sie den
Hoster wechseln, ändern Sie in den meisten Fällen genau diesen
Eintrag. Der CNAME ist ein Alias — damit sorgen
Sie beispielsweise dafür, dass
www.ihre-domain.de auf
ihre-domain.de weiterleitet, ohne eine zweite
IP-Adresse zu brauchen.
Wann müssen Sie DNS-Einstellungen ändern?
Die häufigste Situation bei meinen Kunden ist der Hosting-Wechsel. Jemand beauftragt mich mit einer neuen Website, die auf meinem Server läuft. Damit die bestehende Domain dorthin zeigt, muss der A-Record auf die neue IP-Adresse umgestellt werden. Das ist der klassische Fall. Wenn Sie den kompletten Umzug einer Domain planen — also nicht nur den Server, sondern auch den Registrar wechseln — schauen Sie sich meinen Artikel zum Domain umziehen an.
Weitere typische Anlässe:
- E-Mail-Umzug — Sie wechseln zu einem neuen E-Mail-Anbieter und müssen die MX-Records anpassen.
- Domain-Verifizierung — Dienste wie Google Search Console oder Newsletter-Tools verlangen einen TXT-Record als Nachweis, dass die Domain Ihnen gehört.
-
Subdomains einrichten — Sie möchten
shop.ihre-firma.deoderblog.ihre-firma.deauf einen separaten Server zeigen lassen.
DNS ändern bei Strato
Strato ist einer der meistgenutzten Hoster in Deutschland. Die DNS-Verwaltung ist etwas versteckt, aber machbar:
- Login unter strato.de → Ihr Kundenkonto
- Navigieren Sie zu Domains → Domainverwaltung
- Klicken Sie auf das Zahnrad-Symbol neben der gewünschten Domain
- Wählen Sie den Reiter „DNS"
- Unter „A-Record verwalten" den Button auf „Eigene IP-Adresse" setzen
- IP-Adresse eintragen → „Einstellungen übernehmen" klicken
Strato hat dazu auch eine eigene FAQ-Seite veröffentlicht. Dort finden Sie Screenshots zu jedem Schritt.
DNS ändern bei IONOS (1&1)
Bei IONOS — ehemals 1&1 — ist die Oberfläche etwas moderner, aber die Logik bleibt gleich:
- Login → „Mein IONOS"
- Öffnen Sie das Domain-Center und wählen Sie die Domain aus
- Klicken Sie auf „DNS-Einstellungen bearbeiten"
- A-Record bearbeiten → neue IP-Adresse eintragen
- „Speichern" klicken
IONOS setzt Änderungen in der Regel innerhalb weniger Minuten um — deutlich schneller als manche Konkurrenten.
Offizielle Anleitung: DNS-Einstellungen bei IONOS bearbeiten
DNS ändern bei All-Inkl
All-Inkl ist bei technisch versierten Nutzern beliebt. Die DNS-Verwaltung läuft über das KAS (Technische Verwaltung):
- Login → KAS (Technische Verwaltung)
- Navigieren Sie zu Tools → DNS-Einstellungen
- Klicken Sie auf das Bearbeiten-Icon neben der Domain
- A-Record bearbeiten → neue IP-Adresse eintragen
- Prüfen Sie die Option „Wildcard A-Record auch ändern" → Speichern
All-Inkl dokumentiert die Schritte in ihrem DNS-Werkzeuge-Bereich.
DNS ändern bei HostEurope
- Login → KIS (Kunden-Informations-System)
- Navigieren Sie zu Produktverwaltung → Domainservices → Administration
- Klicken Sie auf „Nameserver-/DNS-Einträge bearbeiten"
- A-Record bearbeiten → neue IP-Adresse eintragen
- Speichern — Änderungen können hier bis zu 48 Stunden dauern
HostEurope hat eine ausführliche Anleitung zu Nameserver-Einträgen in ihrem FAQ-Bereich.
DNS ändern bei GoDaddy
- Login → Domain-Portfolio → Domain auswählen → DNS
- Neben dem A-Record auf „Bearbeiten" klicken
- IP-Adresse im Wert-Feld ändern
- „Speichern" klicken
GoDaddy bietet die kürzeste Anleitung — die Oberfläche ist entsprechend übersichtlich.
TTL und DNS-Propagation: Warum es dauert
Nachdem Sie einen DNS-Eintrag geändert haben, passiert nicht sofort etwas. Der Grund: TTL — Time to Live. Dieser Wert bestimmt, wie lange Ihr DNS-Eintrag in Zwischenspeichern (Caches) weltweit gespeichert bleibt, bevor er erneut abgefragt wird.
Typische TTL-Werte liegen zwischen 3600 Sekunden (1 Stunde) und 86400 Sekunden (24 Stunden). Das bedeutet: Selbst wenn Sie den A-Record sofort ändern, kann es bis zu 24–48 Stunden dauern, bis die Änderung weltweit aktiv ist. In manchen Anleitungen steht sogar „bis zu 72 Stunden" — so lange dauert es in der Praxis aber fast nie.
Profi-Tipp: Senken Sie den TTL-Wert ein bis zwei Tage vor der geplanten Änderung auf 300 (5 Minuten). Dann ändern Sie den A-Record. Danach setzen Sie den TTL wieder auf 3600 zurück. So minimieren Sie die Übergangszeit auf wenige Minuten.
In der Praxis geht es bei .de-Domains meist deutlich schneller — oft unter einer Stunde. Bei einem Kunden in Detmold habe ich neulich den A-Record um 10 Uhr umgestellt. Um 10:23 Uhr war die neue Seite erreichbar. Aber verlassen sollten Sie sich darauf nicht — planen Sie den Umzug immer mit Puffer.
Beispiel: Typische DNS-Einträge für eine Website
Damit Sie ein Gefühl dafür bekommen, wie eine fertige DNS-Konfiguration aussieht — hier ein Beispiel für eine typische Firmenwebsite mit eigener E-Mail:
| Typ | Name | Wert | TTL |
|---|---|---|---|
| A | @ |
152.53.141.78 |
3600 |
| A | www |
152.53.141.78 |
3600 |
| MX | @ |
mail.firma.de |
3600 |
| TXT | @ |
v=spf1 a mx ~all |
3600 |
Das @-Zeichen steht für die Hauptdomain selbst
(also firma.de ohne Subdomain). Der SPF-Eintrag im
TXT-Record verhindert, dass Spam-Mails im Namen Ihrer Domain
verschickt werden können. Falls Sie für den Umzug einen
AuthCode benötigen, finden Sie auch dazu eine Schritt-für-Schritt-Anleitung hier
im Blog.
Was Sie jetzt tun können
DNS-Einstellungen sind kein Mysterium. Sobald Sie verstanden haben, dass ein A-Record nichts anderes ist als eine Telefonnummer für Ihre Domain, wird der Rest zur Routine. Die Oberflächen der Hoster unterscheiden sich, aber das Prinzip bleibt bei allen gleich: Eintrag finden, IP-Adresse ändern, speichern, warten.
Meine Empfehlung: Loggen Sie sich testweise bei Ihrem Domain-Anbieter ein und schauen Sie sich die DNS-Einstellungen Ihrer Domain einmal in Ruhe an. Ändern Sie nichts — aber machen Sie sich vertraut damit, wo die Einträge liegen. Wenn dann der Tag kommt, an dem Sie tatsächlich etwas umstellen müssen, wissen Sie, wo Sie hinmüssen.
Falls Ihnen das trotzdem zu technisch ist — kein Problem. Bei meinen Hosting & Betreuung-Paketen übernehme ich DNS-Einstellungen, Domain-Umzüge und die gesamte Server-Konfiguration. Sie müssen sich um nichts kümmern.