10 Website-Fehler, die Kunden vertreiben — und wie Sie sie beheben

Die Website steht, aber Anfragen bleiben aus. In den meisten Fällen liegt es an vermeidbaren Fehlern — hier sind die zehn häufigsten.

Websites Ravel-Lukas Geck / geckIT Webdesign 5 Min. Lesezeit
Laptop-Bildschirm mit Code und Analyse-Tools — Website-Fehler erkennen
Foto: Shahadat Rahman / Unsplash

Ich sehe jede Woche Websites von kleinen Unternehmen, die grundsätzlich das Richtige tun: Sie haben eine Seite, sie beschreiben ihre Leistungen, sie haben eine Telefonnummer drauf. Trotzdem kommen kaum Anfragen. Der Grund ist fast immer derselbe — nicht ein großer Fehler, sondern eine Kombination aus kleinen Problemen, die sich gegenseitig verstärken.

Die gute Nachricht: Die meisten dieser Fehler lassen sich beheben. Manche sogar in einer Stunde. Hier sind die zehn häufigsten, die ich bei Unternehmen in Detmold, Bielefeld und der gesamten Region OWL immer wieder sehe.

Eine Website die nicht funktioniert, ist schlimmer als keine Website — sie vertreibt aktiv Kunden.

Technische Grundlagen: Was unter der Haube klemmt

1. Keine mobile Optimierung

Über 60 % aller Suchanfragen passieren auf dem Smartphone. Wenn Ihre Website auf einem 6-Zoll-Bildschirm nicht funktioniert — Text zu klein, Buttons nicht tippbar, horizontales Scrollen nötig — verlieren Sie die Mehrheit Ihrer Besucher, bevor sie ein einziges Wort gelesen haben.

Google bewertet Ihre Seite seit Jahren primär nach der mobilen Version. Eine Seite die nur am Desktop gut aussieht, wird aktiv schlechter gerankt.

2. Zu langsame Ladezeit

Drei Sekunden. So lange warten die meisten Besucher, bevor sie abspringen. Häufige Ursachen: Bilder die nicht komprimiert sind, veraltete Plugins, schlechtes Hosting. Eine Schreinerei in Bielefeld kam zu mir, weil die Anfragen zurückgegangen waren. Der PageSpeed-Score lag bei 18 von 100 — mobil brauchte die Seite über sieben Sekunden. Nach der Optimierung sank die Ladezeit auf unter zwei Sekunden, und die Absprungrate ging um 40 % zurück.

Selbst-Check: Geben Sie Ihre URL bei PageSpeed Insights ein. Ein Score unter 50 (mobil) bedeutet: Da liegt Potenzial. Mehr dazu im Artikel Website Ladezeit optimieren.

3. Kein SSL-Zertifikat

Wenn Ihre Website noch über http:// statt https:// läuft, zeigen Browser eine Sicherheitswarnung an. „Diese Verbindung ist nicht sicher" — und Ihr potenzieller Kunde klickt weg. Eine Physiotherapie-Praxis in Detmold hatte genau dieses Problem: Patienten beschwerten sich telefonisch, dass die Website „unsicher" sei. Der Inhaber wusste nicht einmal, was ein SSL-Zertifikat ist — und brauchte es auch nicht zu wissen. Das ist ein technisches Problem, das ein Webdesigner in 15 Minuten löst.

Inhalte & Struktur: Was Besucher sehen (und nicht finden)

4. Fehlender oder schwacher Call-to-Action

„Kontakt" ganz unten im Menü reicht nicht. Ihre Website braucht einen klaren, sichtbaren nächsten Schritt — auf jeder Seite. „Jetzt Angebot anfragen", „Rückruf vereinbaren", „Kostenlos beraten lassen". Wenn der Besucher erst suchen muss, wie er Sie erreicht, ist er schon bei Ihrem Mitbewerber.

5. Fehlende Kontaktdaten oder kein Kontaktformular

Es klingt offensichtlich, aber ich sehe es ständig: Telefonnummer nur im Impressum. Keine E-Mail-Adresse auf der Startseite. Kein Kontaktformular. Oder noch schlimmer: Ein Kontaktformular, das nach dem Absenden keine Bestätigung zeigt und niemand weiß, ob die Nachricht angekommen ist.

Minimum: Telefonnummer als klickbarer tel:-Link, E-Mail-Adresse und ein funktionierendes Kontaktformular — alles auf der Startseite sichtbar, nicht versteckt.

6. Texte die niemand liest

Textwüsten ohne Absätze. Fachjargon den Kunden nicht verstehen. Oder das Gegenteil: So wenig Text, dass Google nicht versteht, worum es geht. Die Balance liegt dazwischen: Klare Sätze, kurze Absätze, Zwischenüberschriften. Schreiben Sie für den Kunden, der in 30 Sekunden entscheidet, ob er bleibt oder geht.

Person analysiert Website-Daten auf einem Bildschirm
Foto: Scott Graham / Unsplash

Vertrauen & erster Eindruck

7. Veraltetes Design

Der erste Eindruck entsteht in unter einer Sekunde. Wenn Ihre Website aussieht wie aus 2012 — mit Schlagschatten, Farbverläufen im Header und einem Flash-Intro-Relikt — signalisiert das: „Hier kümmert sich niemand." Das ist unfair, denn die Arbeit kann hervorragend sein. Aber der potenzielle Kunde weiß das noch nicht. Er sieht nur die Website. Mehr dazu im Artikel Warum Ihre Website Sie Kunden kostet.

8. Stock-Fotos statt echter Bilder

Ein lächelnder Mann mit Headset, eine Gruppe jubelnder Geschäftsleute, ein perfekt aufgeräumter Schreibtisch — jeder erkennt Stock-Fotos sofort. Sie wirken austauschbar und unecht. Ein Foto von Ihrer echten Werkstatt, Ihrem Team oder einem abgeschlossenen Projekt sagt mehr als jedes Hochglanz-Bild von einer Bilddatenbank.

Unsichtbare Fehler: Was Sie nicht sehen, aber Google schon

9. Keine strukturierten Daten

Strukturierte Daten (Schema-Markup) helfen Google und KI-Assistenten wie ChatGPT, Ihr Unternehmen zu verstehen: Was bieten Sie an? Wo sind Sie? Wann haben Sie geöffnet? Ohne diese Informationen ist Ihre Website für Suchmaschinen eine Blackbox. In meiner Analyse von über 200 Websites lokaler Betriebe in OWL hatten weniger als 2 % strukturierte Daten implementiert.

10. Kein Analytics

Wenn Sie nicht messen, was auf Ihrer Website passiert, stochern Sie im Dunkeln. Wie viele Besucher kommen? Woher? Welche Seiten werden gelesen, welche sofort verlassen? Ohne Analyse-Tool wie Google Analytics oder eine datenschutzfreundliche Alternative wissen Sie nicht, ob Ihre Website arbeitet — oder nur Platz im Internet einnimmt.


Selbst-Check: 5 Punkte zum sofort Prüfen

Sie müssen kein Technik-Experte sein, um die größten Probleme zu erkennen. Diese fünf Punkte können Sie in zehn Minuten durchgehen:

  1. Handy-Test: Öffnen Sie Ihre Website auf dem Smartphone. Können Sie alles lesen und tippen, ohne zu zoomen?
  2. Ladezeit: Testen Sie Ihre URL bei PageSpeed Insights. Liegt der Score unter 50?
  3. SSL: Steht in der Adresszeile https:// mit Schloss-Symbol? Oder zeigt der Browser eine Warnung?
  4. CTA: Gibt es auf der Startseite einen Button, der zum Handeln auffordert — und ist er sofort sichtbar?
  5. Kontakt: Finden Sie Telefonnummer und E-Mail-Adresse, ohne zu scrollen oder ins Impressum zu gehen?

Wenn Sie bei mehr als zwei Punkten „Nein" antworten, lohnt sich ein genauer Blick. Oft reichen gezielte Korrekturen, um die Ergebnisse deutlich zu verbessern.


Was Sie jetzt tun können

Keiner dieser Fehler ist ein Todesurteil. Die meisten lassen sich beheben — manche in einer Stunde, manche brauchen einen sauberen Neuaufbau. Entscheidend ist, dass Sie wissen, wo die Probleme liegen.

Wenn Sie nicht sicher sind, wo Ihre Website steht: Ich biete einen kostenlosen Website-Audit an — eine ehrliche Analyse mit konkreten Empfehlungen, was sich lohnt und was nicht. Ohne Verkaufsdruck, ohne Kleingedrucktes.

Und wenn die Analyse zeigt, dass ein frisches Webdesign der sinnvollste nächste Schritt ist: In meinem Artikel Was kostet eine Website 2026? finden Sie ehrliche Zahlen und eine klare Einordnung.